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Vespa lackieren – Rosso 621

Vespa lackieren Rosso 621

Lackierung aus der Dose

Ich halte nichts davon, eine alte Vespa zu lackieren, damit sie aussieht, als käme sie frisch vom Händler. Ich bin der Meinung, dass man einer Vespa ruhig ansehen sollte, dass sie benutzt wurde und dass sie ein altes Fahrzeug ist. Man könnte mich einen „O-Lack-Fetischisten“ nennen. Der Trend geht mittlerweile auch eindeutig dort hin, denn Fahrzeuge im O-Lack („Original-Lack“) werden immer seltener.

Trotzdem kann es mal erforderlich sein, eine Stelle nachzulackieren und dann dann wird es manchmal schwierig.

Ich habe unter anderem eine PX 80 in Rosso 621. Wie man auf den Bildern sieht, ist dieser Farbton eher ein Orange, als ein Rot. Zur Verbesserung der Bremswirkung habe ich mir eine gebrauchte Scheibenbremse mit dazugehörigem Lenkkopfunterteil zugelegt. Lenkerunterteile in Rosso 621 gibt es generell nicht, weil es zu der Zeit keine Scheibenbremse gab. Eine Nachlackierung war daher dringend erforderlich.

Ich habe zwei Lackierer in meiner Umgebung abgeklappert, weil ich gehört hatte, dass einige Lackierer mit einem Messgerät exakt den Farbton anmischen können, den der Roller aktuell hat. Gerade bei Rottönen ist es nämlich so, dass der Lack mit der Zeit verblasst. Es ist zwar nett zu wissen, dass der Farbton 1983 Rosso 621 war, aber inzwischen dürfte die Farbe nicht mehr dem Originalton entsprechen.

Der erste Lackierer, dem ich mein Anliegen, nämlich eine Messung der aktuellen Farbe und Herstellung genau dieses Farbtons, vortrug schüttelte nur den Kopf. Für ihn war es vollkommen unverständlich, wieso man nicht gleich die ganze „Kiste“ lackiert. Schließlich sei der ganze Zustand ja „erbärmlich“. Daneben könnte man doch gleich eine bessere Farbe nehmen. Nachdem er mir mit diesem Ausspruch verdeutlicht hat, dass er keine Ahnung von Fahrzeugkultur hat, konnte ich ihn dann doch noch zu einer Antwort auf meine Frage, nämlich, ob er mir GENAU diesen Farbton anmischen könne, doch noch geantwortet.

Seine Antwort war, dass er ein wahnsinnig teures Messgerät kommen lassen könne. Damit könne er dann so grob sagen, welchem bestellbaren Farbton meine Farbe am nächsten kommt. Diesen könne er mir dann verkaufen und bei Interesse auch meinen Lenker damit verschönern. Als Preis nannte er „100,- Euro mindestens“. Auf meine Frage, ob man das nicht irgendwie genauer mischen kann, antwortete er, dass das nicht ginge. Mischrezepte würde die Maschine nicht ausspucken.

Auch der nächste Lackierer erklärte, dass er den Farbton nicht genau treffen könne. Dies sei aus seiner Sicht absolut unmöglich.

Damit habe ich das Gehörte, nämlich, dass ich beim Lackierer exakt meinen verblassten Farbton bekommen könnte, erst einmal in das Reich der Legenden verbannt.

Da mir die beiden nicht helfen konnten und ich „mindestens 100,- Euro“ auch als etwas zu teuer empfand, habe ich weiter im Netz gesucht und bin auf die Information gestoßen, dass der Farbton Vespa Rosso 621 fast identisch mit der Farbe Peugeot EJE ist.

Also habe ich mir den entsprechenden Farbton bei eBay in der Dose bestellt und den Lenkkopf damit lackiert.

Vespa lackieren sprühdose

Farbton ist sehr nah am verblichenen Originallack

Als vorbereitende Maßnahme habe ich den vorhandenen Lack leicht angeschliffenen, damit der neue Lack besser haftet und anschließend alles von Fett befreit. Der Auftrag in mehreren dünnen Schichten in einem gebührenden Abstand von etwa 25 cm sorgte dafür, dass der Lenkkopf ohne Läufer und Nasen in einem sehr ähnlichen Ton erstrahlte.

Fazit:

Die Farbanalyse scheint ein Märchen zu sein. Sollte es so sein, wie der „fachkundige“ Lackierer sagte, bekommt man nur einen ähnlichen Farbton als Ergebnis der Messung.

Tatsache ist aber auch, dass beim Nachlackieren das Bestellen eines 100% identischen Tons auch wenig Sinn macht, weil der Lack nach Jahren verblichen sein dürfte und damit eine anderen Ton haben dürfte, als der O-Lack. Für mich reichte daher die 98,5%-Übereinstimmung mit meinem französischen Autolack vollkommen aus. Besonders wenn es um ein Lenkkopfunterteil geht.

Wie sind Eure Erfahrungen? Habt Ihr eine Empfehlung bzgl. der Farbanalyse? Habt Ihr schon einmal Euren O-Lack mit einem neuen Lack mit gleichem Farbode ausgebessert? Wie war das Ergebnis?

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geschrieben von Frank in Allgemein und hat Comments (2)

Vespa lackieren aus der Sprühdose

Hässliche Kaskade, hässlicher Lack

Aktuell möchte ich meine PX 125 (Ex-PX 80) auf Vordermann bringen. Dabei soll der Roller technisch wieder auf Vordermann gebracht werden, also der Motor soll überholt werden, die Züge und Bremsen sollen neu und einige Anbauteile ersetzt werden. Klar, dass man in diesem Zusammenhang auch überlegt, den Roller lackieren zu lassen. Grundsätzlich sollte man Originallack immer erhalten, denn ein Roller, in Werkslackierung, auch wenn diese einige Schadstellen hat, ist generell wertvoller als ein neu lackierter Roller. Das zeichnet sich schon heute ab und in ein paar Jahren wird sich so mancher ärgern, dass er damals seinen noch guten Lack einfach übergesprüht hat. Bei mir ist es so, dass der Rahmen zwar noch die Originalfarbe hat, der Rest, also Seitenbacken und Kotflügel bereits einmal schlecht überlackiert wurden. Daher ist es in diesem Falle auch kein Frevel einen neuen Lack aufzutragen.

Die Überlegung, ob ich den Roller lackiere, ist eigentlich schon abgeschlossen. Viel schwerer als die Entscheidung „ob“ ist allerdings die Entscheidung „wie“. Um besser entscheiden zu können, welche Farbe ich nehmen soll, habe ich mir einige Roller angesehen. Ich weiß trotzdem nicht so recht, welche Farbe es werden soll. Mein derzeitiger Favorit ist „mattschwarz“ mit dezenten, selbst designten Aufklebern.

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geschrieben von Frank in Allgemein,Videos und hat Comments (3)