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TomTom Vio – Navigieren auf der Vespa

TomTom Vio

Tom Tom Vio

Navigation auf der Vespa ist ein Thema, mit dem sich die meisten schon einmal auseinander setzen mussten. Mittlerweile hat fast jeder ein Smartphone, mit dem sich Navigieren lässt. Das Problem ist meistens nur, dass man das Telefon irgendwie befestigen muss um die Anzeige vernünftig zu sehen. Denkbare Lösungen gibt es viele, eine wirklich befriedigende ist mit bislang aber nicht untergekommen.

Auf dem Markt gibt es Navigationsgeräte, die speziell für Motorräder konzipiert sind, allerdings sind diese meist sehr teuer und klobig. TomTom hat jetzt ein Navi auf den Markt gebracht, das speziell für den Einsatz am Roller gedacht ist. Ich habe mir so ein TomTom Vio mal zugelegt.

Das Vio ist kein Navigationsgerät im eigentlich Sinne. Tatsächlich ist es ein zusätzlicher Bildschirm für das Smartphone. Mit dem Gerät allein kann man also nichts anfangen. Die erforderliche Software ist sowohl für Android, als auch für iOs kostenfrei im Appstore zu laden.

Befestigung am Spiegel

Sehr gut gelöst die Anbringung am Roller. Mit dem Gerät werden zwei Halterungen geliefert, welche die Montage an der Spiegelstange oder am Lenker selbst ermöglichen. Die Halterung für die Spiegelstange ist so gebaut, dass sie sowohl an dünneren, als auch an dickeren Stangen bombenfest hält. Das Gerät lässt sich per Kugelgelenk so ausrichten, dass man einen optimalen Blick auf die Anzeige hat. Insgesamt wirkt die Halterung sehr stabil und wertig. Schade ist, dass man zum Befestigen einen kleinen Inbus-Schlüssel braucht, der nicht mitgeliefert wird.

Das Vio selbst lässt sich mit einer einfachen Drehung mit der Halterung verbinden und auch wieder abnehmen. Dass kein komplizierter Mechanismus von Nöten ist, erhöht den Praxiswert extrem. So ist es möglich, das Gerät schnell abzunehmen, wenn man einen kurzen Zwischenstopp einlegt.

Für diejenigen, die mehr als einen Roller besitzen und die Halterung nicht immer wieder Umschrauben wollen, gibt es die Halterung als Zubehör. So braucht man nur ein Vio und wechselt dieses an den jeweils genutzten Roller

Individualisierung

Das Gerät ist schwarz, aber es gibt für das Vio einige Schutzhüllen, mit der man das Gerät an die Farbe seines Rollers anpassen kann. Diese sind dann entsprechend passend zu den Anzeigefarben, die man wählen kann. Alle gängigen Farben sind erhältlich, sogar ein rosa für die Damen. Die Schutzhüllen sind aus Silikon, schützen letztendlich aber nur das Gehäuse an sich. Das Display kann bei Lagerung im Gepäckfach oder der Jackentasche trotzdem verkratzen. Eine Aufbewahrungstasche für das ganze Gerät ist leider nur als Zubehör erhältlich und schlägt mit 18,49 Euro zu buche. Die Aufbewahrungstasche ist aus meiner Sicht extrem empfehlenswert, denn nur so lässt sich das wertvolle Vio kratzfest lagern.

Bedienung der App und am Vio

Die App ist, wie von TomTom gewohnt, relativ simpel gehalten. Nach dem kurzen bluetooth-Koppelprozess kann man sich für eine Farbe entscheiden, in der die Karte und die Route angezeigt werden.

Sämtliche Einstellungen werden nicht auf dem Vio vorgenommen, sondern in der Smartphone-App. Verfügbare Parameter sind das Erscheinungsbild, also die Anzeigefarben, die Displayhelligkeit, Warntöne, z.B. bei Blitzern und Gefahrenstellen und die Ansagestimmen. Im Bereich Routenplanung lässt sich wählen, ob man eine schnelle, eine kurze oder eine umweltfreundliche Route wählen möchte. Eine Option, die mir hier fehlt ist „schöne Route“. Gerade auf längeren Touren möchte man etwas von der Landschaft sehen und die Fahrt auf der Vespa genießen. Autobahnen lassen sich optional vermeiden, Kraftfahrstraßen jedoch leider nicht. Wer also eine 50er Vespa fährt, wird unter Umständen auf eine Straße geleitet, die er mit seinem Fahrzeug gar nicht befahren darf.

Am Gerät selbst lassen sich keine großen Eingaben vornehmen. Interessant ist hier die Option letzte Ziele oder Kontakte aus dem Telefonbuch anzuwählen. Im Prinzip beschränken sich die Eingabemöglichkeiten auf diese beiden Optionen und die Möglichkeit aus der Karte herauszuzoomen.

Das Display

Das Display ist nur in einer Draufsicht vernünftig ablesbar. Es ist daher wichtig, dass man bei der Montage der Halterung auf dem Roller sitzt. Da man während der Fahrt nie von der Seite auf das Display sieht, ist das also vollkommen in Ordnung. Die Helligkeit ist auch bei Sonneneinstrahlung sehr gut. Auch bei Reflexionen durch Sonnenlicht erkennt man auf dem Vio immer die nächste Anweisung. Per App lässt sich regeln, ob im oberen Bereich die Ankunftszeit, oder die restliche Fahrtdauer angezeigt wird. Eine Anzeige im Wechsel ist auch möglich.

Die Bedienbarkeit ist auch mit einem Handschuh vollständig gegeben. Man muss nicht stark auf dem Vio drücken, sondern es im Prinzip nur berühren. Das Display besteht aus Kunststoff, was vermutlich der Bedienbarkeit mit Handschuh geschuldet ist. Etwas eleganter wäre das ganze mit einer Glasoberfläche.

Anruferanzeige

Auf Grund der bluetooth-Verbindung zum Telefon wird einem angezeigt, wer gerade anruft. Die Option ist ganz nett, für den Fahrbetrieb aber vielleicht nicht ganz so interessant, denn es gibt nur wenige Headsets, die ein Telefonieren mit aufgesetztem Helm und entsprechendem Fahrtwind vernünftig zulassen. Dennoch ist die Funktion gut, weil man auf Grund der Meldung entscheiden kann, ob man kurz anhalten will, um das Telefonat entgegen zu nehmen.

Headset

Apropos Headset: Die App glänzt auch mit einer Sprachausgabe, die einem über einen bluetooth-Kopfhörer die Anweisungen ins Ohr flüstert. Empfehlenswert ist hier ein sehr kleiner Kopfhörer, wie zum Beispiel das VTIN Headset. Natürlich lässt sich auch ein Kabelgebundener Kopfhörer verwenden, nur ist nach meinen Erfahrungen das Kabel störend im Weg.

Kartenmaterial

In der App kann man sich das benötigte Kartenmaterial für ganz Europa runterladen. In der Regel reichen Teilbereiche der Deutschlandkarte, also Nord, Süd, Ost und West. Diese sind jeweils um die 120 MB groß, so dass der Speicher am Telefon nicht unnötig belastet wird.

Bei Deutschland, Österreich und Schweiz braucht man dann schon 790 MB, wobei für die Installation auf dem Telefon 1,59GB zum Installieren benötigt werden. Wer extrem viel Reisen will und ganz Europa auf seinem Gerät braucht, darf 5,59GB auf seinem Gerät freischaufeln und braucht 7,03GB zur Installation der Karte.

Alles in allem eine gute Lösung, dass man nur Teilbereiche laden kann, denn so wird der ohnehin meist schon knappe Gerätespeicher geschont.

Live-Dienste

Auf Grund der Internetverbindung des Telefons versorgt einen das Vio mit Live-Daten über Staus und Verkehrsstörungen. Ob man die Route bei Verfügbarkeit einer schnelleren Strecke wechseln möchte, kann man direkt durch Druck aufs Display am Vio entscheiden.

Akku-Laufzeit

Wie lang der Akku am TomTom und auch am Telefon hält, konnte ich bislang auf Grund der Witterung noch nicht ausprobieren. Sobald ich erste Erfahrungswerte habe, wird nachberichtet!

Fazit:

Das TomTom Vio ist ein simples Navi, das durch seine Form ideal optisch an die meisten Motorroller passt. Die Halterung ist gut durchdacht, so dass ein schnelles Abnehmen des Navis ohne Probleme möglich ist. Es ist hauptsächlich für Leute geeignet, die ihren Roller in der Stadt über kurze Distanzen bewegen. In Bezug auf die weiteren Strecken fehlt dem TomTom Vio die Funktion „schöne“ oder „kurvenreiche“ Strecken zu auszuwählen. Dafür ist das Gerät jedoch weitaus günstiger als Motorradnavis, die diese Funktionen bietet. Letztendlich hat das Vio einen recht stolzen Preis, der aber durch die gute Funktionalität gerechtfertigt ist.

geschrieben von Frank in Allgemein und hat No Comments