Franks Vespagarage

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Stoßdämpfer für die Vespa mit Straßenzulassung (ABE)

Wer eine Vespa hat, der schraubt daran, das ist einfach so. Für einige wenige beschränkt sich das Schrauben auf das Anbringen von Chromteilen zur Verschönerung des Rollers, andere schrauben einen neuen Auspuff oder einen größeren Zylinder an ihre Vespa. Natürlich verbessert das Leistung und Optik, aber es verbessert nicht das Fahrverhalten.

Bei einer alten Vespa hat man grundsätzlich das Problem, dass sie sich schwammig fährt und zwar insbesondere dann, wenn man alte Dämpfer und alte Reifen verbaut hat. Der Stoßdämpfer ist das am häufigsten vernachlässigte Teil an der Vespa. obwohl es maßgeblich zum Fahrgefühl beiträgt.  Die Auswahl an Dämpfern ist riesengroß und reicht von Original bis sportlich. Dumm nur, dass die allermeisten Dämpfer im Bereich der StVZO nicht zugelassen sind. Das hat weniger damit zu tun, dass die Dämpfer alle Schrott sind, sondern mehr damit, dass ein Teil, das im Straßenverkehr zugelassen sein soll, langwierige und insbesondere kostenintensive Tests durchlaufen muss.  Die meisten Hersteller scheuen diese Kosten und Mühen, weil sie entweder wissen, dass ihr Teil in der vorgelegten Bauart niemals eine Zulassung bekommen würde oder weil sie befürchten durch die hohen Kosten für das Prüfverfahren einen nicht mehr konkurrenzfähigen Preis für ihr Produkt verlangen zu müssen.

Für PX und andere erhältlich

Vespa-Sport-Stoßdämpfer mit ABE

Dieser Problematik hat sich www. Scooter-center.com mit dem Stoßdämpfer bgm pro SC angenommen. Dieser erstklassige Dämpfer ist zur Zeit einer der wenigen Austauschdämpfer, die eine ABE hat und damit legal am Roller montiert werden kann. Immer wieder gern verbaute Dämpfer wie zum Beispiel der Bitubo können nur über Einzelabnahmen eingetragen werden, da sie über keine ABE verfügen.

Wer also Wert auf einen legalisierten Roller legt, der kommt um den bgm pro SC nicht herum.

Vielfachen Einstellungsmöglichkeiten

Beim Auspacken stellt man bereits fest, von welch großartiger Qualität die bgm pro SC sind. Die Optik in silbergrau wirkt äusserst edel und sofort fällt die massive Bauart des Dämpfers auf, die durch den großen Gasdruckbehälter gestützt wird.

Am Federbein befinden sich drei Einstellunsmöglichkeiten. Zum Einen lässt sich mittels mitgeliefertem Spezialwerkzeug sehr einfach die Federvorspannung verändern. Benötigt wird allein eine Art Stift, mit dem der, den Federweg begrenzende Ring verstellt werden kann. So ist es selbst unterwegs bei einer Testfahrt und einem plötzlich zugestiegenen Sozius möglich die Federvorspannung zu verändern. Das Durchschlagen des Dämpfers gehört damit der Vergangenheit an.

Direkt am Gasbehälter lässt sich Druckstufendämpfung ändern. Diese Einstellung unterstützt die Feder und bestimmt, wie schnell die Kolbenstange gegen den Gasdruck ausfedern kann. Selbst bei schlechter Straße oder harter Fahrweise behält das Rad den extrem wichtigen Bodenkontakt. Es bleibt immer gewährleistet, dass der Dämpfer in angepasster Art und Weise ausfedert.

Ein schwammiges Fahrgefühl lässt sich schlecht beschreiben, aber jeder kennt es von seinen alten Dämpfern. Wie „schwammig“ oder stabil sich der Roller anfühlen soll, stellt man über die am oberen Ende des Dämpfers befindliche Zugstufendämpfung ein. In einzelnen Schritten, die jeweils mit einem „Klick“ angezeigt werden, passt man das gewünschte Fahrgefühl an die eigenen Vorstellungen an.

Von Anfang an bleiben daher keine Zweifel daran, dass man mit diesem Emulsions-Gasdruck-Dämpfer mit externem Ausgleichsbehälter ein richtig geniales Teil in den Händen hält. Die Bauweise ist die aufwändigste, in der ein Dämpfer gebaut werden kann und ist in seiner Ausführung „State of the Art“. Der TÜV Rheinland hat dies mit seinem Gutachten bestätigt.

BGM-Dämpfer vorn

Meine Erfahrungen mit dem bgm SC pro

Meine bisherige „Wintereinstellung“ ist, dass ich die Federn ungefähr auf der Hälfte der Gewindestrecke fixiert habe. Dazu vorn und hinten jeweils 4 Klicks nach links am oberen Rad (Zugstufendämpfung) und 8 Klicks nach links am Rad am Gasbehälter (Druckstufendämpfung). Das Ergebnis ist ein komfortables, sicheres Fahren, das trotzdem noch Spielraum für gutes Kurvenverhalten bietet.

Die Einstellmöglichkeiten sind derart vielfältig, dass jeder für sich selbst seine Tests durchführen muss, um das Federbein an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Es lässt sich jedoch definitiv feststellen, dass der Roller trotz der zuvor bereits verbauten Sportdämpfer nochmals satter auf der Straße liegt. Gerade in Kurven und bei höheren Geschwindigkeiten macht sich das Fahrwerk bezahlt. In der Sommersaison wird sich dann das ganze Potential des bgm SC pro zeigen.

Man kann aber jetzt schon festhalten, dass ich wirklich begeistert über diese Investition bin, denn die Optik des Rollers verändert sich nur dezent, das Verhalten des Rollers jedoch rasant. Durch diese Federbeine katapultiert man seinen Roller fahrwerksmäßig schlagartig von einem Oldie zu einem hochmodernen Zweirad mit Sicherheitsreserven.

Im Video erfährst mehr über die Einstellmöglichkeiten des bgm pro SC und den wirklich kinderleichten Wechsel der Stoßdämpfer.

Du hast Anregungen, Korrekturvorschläge oder eine eigene Meinung zu den vorgestellten Produkten? Benutze die Kommentarfunktion!

geschrieben von Frank in Allgemein,Technik,Videos und hat Comments (7)

Zweitakt-Öl-Flaschen mit Meßbecher

Welches Öl ist das richtige?

Über Zweitakt-Öle gibt es lange Diskussionen: „Welches ist das beste oder das günstigste?“, „Ist synthetisches Öl besser für den Motor?“, „Ist Erdber-Öl besser für Leute, die hinter mir fahren weniger belästigend?“ Letztendlich bringen diese Diskussionen nichts, denn welches Öl das richtige ist, ist eine Glaubensfrage.

Fakt ist eins: Es müssen immer 2% im Benzin sein. Das Zugeben von 2-Takt-Öl in der Mischung 1:50 darf man als Kostenfaktor nicht unterschätzen. Deswegen ist es nicht besonders ratsam, an der Tankstelle aus der Gemischsäule zu tanken oder jedes mal an der Tanke eine kleine Flasche Zweitaktöl zu kaufen. Wesentlich preiswerter ist es, größere Gebinde zu kaufen. Zum Umfüllen gibt es diverse kleine Fläschchen, bei denen man aber immer einen Meßbecher mitnehmen muss. Einfacher hat man es mit nachfüllbaren Ölflaschen mit integriertem Meßbecher. Ich habe diese Flaschen zwar schon ein- oder zweimal gesehen, bisher aber leider nicht zu kaufen gefunden. Diese Flaschen findet man u.a. HIER HIER und HIER. Ich habe mir bisher mit Flaschen der Marke Castrol geholfen.

Weg mit dem Meßbecher, her mit der Castrol-Flasche

Sparen und Recyceln

Die Flaschen, die es an jeder Aral-Tankstelle gibt, haben oben einen Messbecher, den man durch Druck auf die Flasche mit der richtigen Menge Öl befüllen kann.  Das Auffüllen der Flaschen ist leider nicht so ganz einfach, stellt einen aber auch nicht vor eine unlösbare Aufgabe: Man drückt den Vorratsbehälter der leeren Flasche zusammen, gießt neues Öl in den Messbecher, neigt die Flasche zur Seite und verringert den Druck auf den Vorratsbehälter. Durch den Unterdruck saugt sich das Öl in den Vorratsbehältner. Mit ein wenig Geduld und nachdem man das ein paar mal gemacht hat, geht das einfach von der Hand. Wichtig ist dabei, dass man die Flasche zur Seite neigt, so dass man immer wieder die Luft rausdrückt und dann das Öl über den Messbecher reinsaugt. Ich habe immer ein paar Flaschen vorrätig, wovon ich einen Teil befüllt ins Regal stelle. Sobald eine der Flaschen, die ich im Roller mitnehme, leer zu werden droht, nehme ich eine neue aus dem Regal, stelle die alte daneben und fülle sie in einer ruhigen Minute wieder auf. Durch das Nachfüllen des preisgünstigeren Öls spart man eine Menge Geld und  ist den lästigen Meßbecher im Gepäckfach los. (Ich weiß, Lusso fahren hilft auch, ist aber keine Alternative)

Zum Nachfüllen empfehle die Hausmarke von SIP. Das Öl ist preiswert und ich bin bisher sehr gut damit gefahren. Das Öl gibt’s in verschiedenen Varianten, unter anderem sogar als „biologisch abbaubar“ für den Rollerfahrer mit dem grünen Daumen.

Über die Produktion des Öls gibt es dieses Video:

Besten Dank an Thomas K. für den Hinweis, wo es die Flaschen zu kaufen gibt!

geschrieben von Frank in Allgemein,Technik und hat Comments (2)

PX Motor auseinander bauen und überholen

Im Moment ist mein größtes Anliegen im Frühjahr mit alle meine Roller fertig zu haben. Wie Ihr alle wisst, bedeutet das viele Stunden in der Garage und letztendlich wesentlich mehr Zeit, als man ursprünglich eingeplant hat.

Deswegen sind meine aktuellen Projekte, von denen es wahrscheinlich auch jeweils Videos geben wird:

V50 mit Malossi 102: Vergaserprobleme beheben. Der Roller springt gut an, allerdings hält er das Standgas nicht und das Standgas lässt sich auch nicht einstellen. Vermutlich ist der Vergaser irgendwo verdreckt. UPDATE: Das war korrekt. Hauptdüse war dreckig, jetzt läuft alles wieder optimal!

PX 80 mit DR 135: Irgendwo existiert ein Elektrikproblem, so dass man bei Anschluss des Ladekabels sofort einen Kurzschluss hat. Ich werde den Kabelbaum und die ZGP erneuern. Das Video ist schon fertig und muss nur noch geschnitten werden.

PK 125 mit Malossi 136: Die Membrane sind vermutlich hin. Das äussert sich durch Quietschen der Membrane und einem sehr schlechten Startverhalten. Ausserdem muss der Vergaser (PHBL) eingestellt werden. Eine Arbeit, die recht nervig ist, weil der PHBL etwas komplizierter aufgebaut ist, als der SHB-Vergaser. UPDATE: Membran war noch ok, das Problem scheint im Bereich des Vergasers zu liegen. Leider sind zur Zeit die Vergasernadeln nicht lieferbar.

PX 80 mit 125er Zylinder: Der dritte und vierte Gang springen raus. Das Schaltkreuz muss erneuert werden und die Schaltung muss ordentlich eingestellt werden.

V50 original: Der Motor muss angeschlossen und eingestellt werden. UPDATE: Aus „Motor anschließen“ hat sich inzwischen eine 12V-Umrüstung mit neuem Kabelbaum und neuen Zügen entwickelt. Work in Progress!

Eines der Videos, das ich in diesem Zusammenhang drehen werde ist  schon lang überfällig: Die Überholung eines PX-Motors. Ich werde die Lager und das Schaltkreuz erneuern, das heißt, dass der Motor aus- und auseinandergebaut wird. Ich weiß, dass viele von Euch auf so ein Video warten. Es gibt einige Videos zu dem Thema, aber wie bei fast allen Vespa-Videos, die inzwischen im Netzt kursieren sind es meistens keine wirklichen Step-by-Step-Videos, die auch für den blutigen Anfänger hilfreich sind. Bis ich dieses Projekt angehe, möchte ich Euch ein Video vorstellen, dass ich für das bisher beste im Bereich Motorrevision halte. Es stammt von scooterwest.com und zeigt die Arbeiten an einer P125. Ich habe Euch schon einmal ein Video von sccoterwest vorgestellt, weil die Jungs mit Herz und Ahnung dabei sind. Viel Spaß beim Ansehen:

Teil 1:

Teil2:

geschrieben von Frank in Allgemein,Technik und hat No Comments

Einbau von Stoßdämpfern in eine Vespa V50 (mit Video)

Die V50 ist für viele das schöneste Vespa-Modell und das nicht ganz zu Unrecht. Schließlich ist sie das einzige Smallframe-Modell, das ganz in der klassischen Linie gehalten ist und wunderschöne Rundungen aufweist. Sie sieht daher im Prinzip genauso aus, wie die Vespa in den Vorstellungen der Menschen auszusehen hat. Erstmals 1963 auf den Markt gekommen konnte man sie 20 Jahre lang als Neufahrzeug kaufen. In der heutigen Zeit, in der neue Fahrzeugmodelle in der Regel nach 5 Jahren Lebensdauer abgelöst werden, absolut undenkbar.

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geschrieben von Frank in Allgemein,Technik und hat Comments (3)

Profiltiefe bei Vespareifen / Winterreifenpflicht

(c) istockphoto.com/ENDdesign

Wer mit seiner Vespa komfortabel und sicher unterwegs sein möchte, sollte regelmäßig die Reifen kontrollieren. So stellen Beschädigungen oder abgenutzte Profile hohe Sicherheitsrisiken dar. Auch ein falscher Reifendruck ist zu vermeiden, wirkt er sich doch negativ auf den Kraftstoffverbrauch und die Lebensdauer der Pneus aus. Wer als Roller-Besitzer jedoch ein paar einfache Regeln befolgt und die gesetzlichen Bestimmungen kennt, kann seine Vespa lange und sicher nutzen.

Gesetzliche Vorschriften: Mindestprofiltiefe und Winterreifenpflicht

Motorradreifen, die im öffentlichen Straßenverkehr genutzt werden, müssen eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern aufweisen. Laut Empfehlungen des ADAC sollten die Pneus jedoch schon früher gewechselt werden (bei circa 3 Millimetern). Denn mit schwindender Profiltiefe ergeben sich zwei gravierende Nachteile:

  • Es fehlt an ausreichender Kapazität für die Ableitung von Wasser.
  • Die mangelnde Elastizität der abgenutzten Profilblöcke sorgt für eine schlechte Haftung auf der Straßenoberfläche.

Im Ergebnis schwindet der Grip beim Bremsen und bei Kurvenfahrten. Zudem erhöht sich die Gefahr für Aquaplaning. Abgenutzte Reifenmodelle sollten daher rechtzeitig ausgemustert werden, um eine maximale Sicherheit beim Fahren zu gewährleisten. Wer neue Vespa-Reifen benötigt, kann über einen Online-Preisvergleich zahlreiche günstige Reifenmodelle finden.

Die zweite wichtige Gesetzesvorschrift betrifft das Fahren im Winter. So ist für winterliche Straßenverhältnisse die Nutzung von M+S-Reifen („Matsch und Schnee“) laut Straßenverkehrsordnung vorgeschrieben. Als winterliche Straßenverhältnisse gelten Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis oder Reifglätte“ (laut Paragraf 2, Absatz 3a, StVO). 

Luftdruck regelmäßig kontrollieren

Hat ein Reifen zu wenig Luft, treten beim Fahren starke Verformungen der Karkasse auf. Dies führt zu Hitzebildung und kann das Reifenmaterial nachhaltig schädigen. Außerdem besitzt ein Pneu mit zu niedrigem Luftdruck eine größere Aufstandsfläche und damit einen erhöhten Rollwiderstand. Daraus wiederum resultiert ein hoher Spritverbrauch.

Jeder Fahrzeugbesitzer sollte daher den Luftdruck der Reifen regelmäßig kontrollieren. Welcher Druck für Vespa-Reifen der richtige ist, steht im Typenschein des Fahrzeugs. Allerdings sind die Werte auch den Fahrumständen anzupassen. So sind bei der Wahl des passenden Befülldrucks folgende Fragestellungen zu beachten:

  • Wieviel Personen sitzen auf dem Roller?
  • Welche Straßenbeläge werden hauptsächlich befahren (Asphalt, Schotter, Kopfsteinpflaster)?

Denn wer schon einmal mit einem Reifendruck von 2,75 Bar (der zum Beispiel im Typenschein der Vespa PK 50 S empfohlen wird) über längere Zeit auf Kopfsteinpflaster oder anderen unebenen Untergründen unterwegs war, der weiß, dass die Belastungen für Rücken und Gesäß bei der Wahl dieser Luftdruckwerte scheinbar keine Rolle gespielt haben.

geschrieben von Werbender Gastbeitrag in Allgemein,Technik und hat No Comments

Neuen Zylinder einfahren: Macht das Sinn?

Die Frage, wie man einen neuen Zylinder einfahren muss, wie lang und ob das überhaupt Sinn macht, wurde schon x-fach diskutiert. In diesem Artikel sind die Fakten und teilweise gegenläufigen Meinungen zum Thema „Einfahren“ zusammengetragen:

Was bedeutet „Einfahren“ überhaupt?

Sobald man in seine klassische Vespa einen neuen Zylinder einbaut, ist es erforderlich, diesen einzufahren.  Viele der heute angebotenen Zylinder von DR, Polini oder Malossi sind in ihrer Form schon seit Jahrzehnten erhältlich.  Sie werden daher auch heute, wie schon in der 80ern üblich, mit einer relativ großen Toleranz gefertigt. Heutige Motoren sind in der Fertigung wesentlich genauer, weswegen z.B. bei den meisten Autos und Motorrädern, auch auf Grund anderer verwendeter Materialien,  im Gegensatz zu früher kein Einfahren mehr erforderlich ist.

Bei neuen Kolben und Zylindern passen  die beiden Teile nicht von Anfang an zu 100% zueinander. Der Grund dafür sind die gerade genannten Toleranzen bei der Herstellung. Das Einfahren sorgt dafür, dass sich die Kolben, Kolbenringe und Zylinder langsam aneinander gewöhnen und sich „einschleifen“, ohne dabei sofort maximalen Belastungen ausgesetzt zu sein. Erst wenn dieser Prozess beendet ist, passen alleTeile optimal zu einander und harmonieren im weiteren Zylinderleben über lange Zeit.

Wie fahre ich einen neuen Zylinder richtig ein?

Es gibt verschiedene Philosophien zum Thema Einfahren, aber sie haben alles eines gemeinsam: Auf der ersten Kilometern, bzw. in den ersten Betriebsstunden sollte man dem Motor keine Höchstleistungen abverlangen. Gemeint ist hiermit eine hohe Drehzahl, denn bei hohen Drehzahlen wird der Motor thermisch und mechanisch am meisten belastet. Wenn sich die Komponenten noch nicht eingeschliffen haben, kann dies eine Überhitzung des Kolbens zu Folge haben, so dass es zu einem Kolbenklemmer kommt.

Auf der sicheren Seite ist man mit folgenden Regeln:

  • Einfahrzeit von insgesamt ca. 500 km beachten
  • Motor während dieser Zeit immer warm fahren, durchaus auch längere Strecken (50 km + X) am Stück fahren
  • Hohe Drehzahlen auf den ersten 300 Kilometern  vermeiden
  • Verschiedene Drehzahlbereiche abdecken, also auch aus tieferen Drehzahlen bis ca. 3/4 Gas beschleunigen
  • Früher als „normal“ schalten, um eben die hohen Drehzahlen zu vermeiden
  • Ab Kilometer 300 hin und wieder auch kurze Strecken Vollgas fahren (1 – 2 Minuten)
  • Richtige Bedüsung beachten. In der Regel sollte man zum Einfahren eine etwas größere Düse fahren, als eigentlich für das Setup vorgesehen ist. Nach der Einfahrzeit auf die richtige Bedüsung wechseln.
  • Weiterhin 1:50 tanken, mehr Öl im Benzin sorgt in der Regel nicht für eine verbesserte Schmierung
  • Korrekte Zündkerze für das geänderte Setup verwenden
  • Bei größeren Tuningmaßnahmen Zündung abblitzen

Gegenansichten gibt es hier natürlich jede Menge. Hier eine Auswahl:

  • 10 Minuten behutsam fahren, keine hohe Drehzahlen und dann fahren wie man will
  • Einfahren ist Quatsch: „Wenn er klemmt, dann musste er klemmen… Einfach weiterfahren“
  • Zylinder entgraten ist das einzige was man machen muss. Einfahrzeit kann man sich sparen
  • Sofort 20 Minuten lang den Roller am Limit fahren, anschließend abkühlen lassen und die Flächen an Kolben und Zylinder, an denen sich Schleifspuren befinden, vorsichtig mit Schleifpapier bearbeiten.

Diese Auflistung ließe sich noch beliebig erweitern, denn die Meinung gehen bei diesem Thema weit auseinander.

Meine Empfehlung ist, sich an das zuerst beschriebene Muster zu halten, denn so ist man auf der sicheren Seite. Ich will nicht in Abrede stellen, dass es auch ohne vorsichtiges Einfahren klappt oder dass der Kolben auch beim Einfahren klemmt, aber wer sich an die Vorsichtsmaßnahmen zum Einfahren hält, geht natürlich weniger Risiken ein.

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geschrieben von Frank in Allgemein,Technik und hat No Comments