Franks Vespagarage

Deutschlands größtes Vespa-Video-Blog

Vespafahrer! Ein Volk für sich! Erkennst Du Dich wieder?

Wer sich eine Weile intensiver mit dem Thema Vespa beschäftigt und das eine oder andere Rollertreffen besucht, der wird merken, dass es ganz viele unterschiedliche Vespafahrer-Typen gibt, die alle eine Gruppe für sich darstellen. Ein Versuch der Charakterisierung dieser Gruppen:

Der alte Scooterboy

Der Scooterboy ist auf nahezu jeder Szeneveranstaltung anzutreffen. Er ist an seinen Aufnähern auf der Bomberjacke und den meist kurz geschnittenen Haaren zu erkennen. Ein Treffen bedeutet für ihn: Soul- und Skamusik die ganze Nacht, Alkohol bis zum Umfallen. Die Party ist für ihn meistens erst dann zu Ende, wenn andere schon wieder zum Frühstück erscheinen. Seine jahrelange Szenezugehörigkeit macht ihn zum Experten für „Früher…“ und „Damals…“ Sein Roller ist im klassischen 80er- / 90er-Design gehalten, also gern mit knallharter GFK-Sitzbank, GFK-Spoiler unter dem Trittbrett. Die Lackierung orientiert sich oft an den Markenauftritten populärer Alkoholika, wie z.B. „Glenfiddich“ und „Beck’s“. Dass „Scooterboys“ mal eine Jugend-Subkultur waren, interessiert ihn nicht. Er erklärt es kurzerhand zum „Way of Life“ und bleibt damit für immer jugendlich. Er wird vermutlich in seinen Doc Martens und der obligatorischen Bomberjacke begraben.

Der VCVDler

Der VCVDler tritt gern in Gruppen zu drei bis fünf Personen auf. Direkt bei der Anfahrt erkennt man die Gruppe. Gepflegte Roller, auch gern mal mit einer Hexagon oder Cosa dazwischen. Auffällig wird ein Banner mit dem Namen des Clubs am Beinschild getragen, so dass für jedermann erkennbar ist, zu welchem Club man gehört. Am Roller hat man gern einen übergroßen Windschild und einen Koffer montiert. Selbstverständlich fährt der VCVDler nicht in lässiger Kleidung zum Treffen. Er kommt in einer Schutzausstattung, die ihn für absolut jeden Fall gerüstet aussehen lässt. Unter der Schutzkleidung trägt man das Club-Polo, auf dem hinten das Club-Logo gestickt ist. Auf der Vorderseite wiederholt sich das Logo als kleine Bruststickerei, verziert mit dem Namen des Mitglieds. Die Höhepunkte eines Treffens sind das Gala-Dinner und die gemeinsame Ausfahrt. Für den VCVDler ist es allerdings von großer Bedeutung, dass im Corso die Regeln, wie „korrekter Abstand“, „langsame Geschwindigkeit“, „nicht überholen“ und „Anhalten an roten Ampeln“ eingehalten werden. Gern werden vom VCVDler tagsüber in der Gruppe touristisch interessante Ziele angesteuert, die den eigenen Horizont erweitern. Selbstverständlich schläft er bei einem Treffen nicht im Zelt, sondern hat sich in direkter Nähe zum Treffen in einer kleinen Pension inklusive Frühstück eingebucht. Die Luxusvariante dieser Spezies stellt der VCVDler mit Wohnmobil dar, auf dem sich hinten ein Träger befindet, auf dem die Vespa zum Treffen transportiert wird.

Der Eisdielenfahrer

Er hat keine Ahnung von Technik, weiß nichts über die bewegte Vespageschichte, findet es aber einfach schick an einem Sommertag in der Eisdiele stilgerecht mit einer alten Vespa vorzufahren. Weil er zwei linke Hände hat, hat er seinen Roller „restauriert“ für teures Geld im Internet gekauft. Meist ist es eine V50, weil er keinen Motorradführerschein hat und größere Modelle daher für ihn ausfallen. Besonders beliebt ist beim Eisdielenfahrer die Rollerfarbe „weiß“, kombiniert mit einer braunen oder notfalls auch roten Sitzbank. Er sieht seine Vespa als eine Verlängerung seiner allgemeinen Coolness und betrachtet den Roller als modisches Accessoire. Der Helm ist natürlich ein Jethelm von Vespa, die Kleidung orientiert sich am Stil der Popper. Der dünne Lacoste-Pullover darf gern um den Hals geknotet werden. Slipper ohne Socken sind obligatorisch. Mehr als 10 km am Stück ist er auf seiner Vespa noch nie gefahren, für längere Strecken nimmt er dann doch lieber sein Mini-Cabrio neuesten Baujahrs.

Der Schrauber

Er lebt sein Leben in seiner Garage. Die Finger schwarz vom Öl, eingefressen in Nagelhaut und Hautfalten. Er hat immer eine Lösung parat und ist der beste Freund aller ahnungslosen Vespisti. Schweigsam geht er seiner Arbeit in der Werkstatt nach und hilft jedem, der ihm entsprechenden Respekt für sein Fachwissen zollt. Er selbst besitzt entweder keine Vespa oder getreu dem Motto „Der Schuster trägt die ältesten Schuhe“ eine alte „Ratte“, die gerade noch im Aufbau ist, aber in der Regel nie fertig wird. Sein Gebrauchtteilelager ist riesig. Er hat noch nie etwas weggeworfen, sondern alles in seinem Reich verstaut. „Warte mal, ich hab da glaub ich noch…“ ist eine Antwort, die er immer parat hat, wenn über ein benötigtes Teil gesprochen wird. Er beginnt zu kramen und kurze Zeit später hat er das gesuchte Teil in der Hand. Verstaubt, verdreckt, verölt, aber er hat es. Auf ein Treffen oder zur Teilnahme an einer Ausfahrt kann man ihn nur schwerlich bewegen, er hat schließlich noch zu tun.

Der Tuner

Im Gegensatz zum Schrauber sieht seine Vespa aus wie geleckt. Frisch lackiert und nur mit den feinsten Produkten ausgestattet. Geld spielt keine Rolle, wenn es darum geht, noch mehr Leistung auf dem kleinen Motor zu holen. Standardkomponenten sind ihm ein Graus. Zum Standard zählt für ihn auch das, was für andere High-End ist. Ein verbauter Malossi- oder ein Polini-Zylinder, sind für ihn ein Zeichen, dass ein „Möchtegern“ am Werk ist. Er selbst setzt auf Komponenten wie Mikuni und Falc, CNC-gefräste Motorengehäuse, Schnellgasgriff, Resonanzauspuff und selbstverständlich Veredelung aus eigener Hand. Kein Teil, das er gekauft hat, ist unter seinen Fittichen unbearbeitet geblieben. Kein Teil ist gut genug, als dass es der Tuner in seinen Schatz unbearbeitet einbauen könnte. Sein Fahrzeug ist extrem leistungsfähig, allerdings stellt er diese Leistungsfähigkeit nur zur Schau, wenn der Anlass stimmt. Fachkundiges Publikum ist für ihn ein Muss, damit das Gegenüber auch genug Bewunderung zeigen kann. Customshows oder  Quartermile-Rennen sind seine Reviere. Oft ist der Tuner geschieden, oder lebt schon immer allein. Die Gründe dafür darf sich jeder selbst ausmalen.

Der Originalfahrer

Er hütet sein Schatz, poliert ihn und fährt ihn nicht bei Regen. Er verabscheut Tuning als „unnötigen Blödsinn“ und lehnt jede technische Verbesserung ab. Ob er aus Angst vor einem möglichen Wertverfall seines Fahrzeugs, aus Sorge um die Konformität zur StVZO oder aus Gründen der Liebhaberei zum echten Original handelt, ist nicht geklärt. Gespräche über Steuerzeiten, Bedüsungen und Größe der Überströmer kommentiert er mit einem gelangweilten Gesichtsausdruck oder einem Augenrollen. Sprüche wie: „Ihr mit Euren Tuning… Bringt doch eh alles nix“ oder “ Der einzige, der hier pannenfrei fährt, bin ich.“ sind typische Kommentare im Rahmen von Benzingesprächen. Selbstverständlich greift er trotzdem auf die fachliche Expertise seiner Tuningfreunde zurück, wenn er ein Problem hat. Zur Sache kann er dann wenig beitragen. In der Regel beschränken sich seine Kommentare bei der gemeinsamen Reparatur seines Gefährts auf „Ist das neue Teil auch original?“, „Was ist, wenn die Polizei das sieht?“ oder „Nicht, dass mit dem neuen Teil was kaputt geht“. Tatsächlich ist der Originalfahrer aber auch der Cleverste unter den Rollerfreunden. Er ist der einzige, dessen Roller beim Verkauf durch seine Erben Höchstpreise erzielen wird. Er ist schließlich im Originalzustand!

Der Oldiefan

Vespatreffen sind ihm fremd. Er ist kein Markenfetischist, sondern betrachtet seinen alten Roller schlichtweg als „Oldtimer“. Statt sich mit anderen Vespafreunden zu umgeben, fährt er mit seiner alten Vespa zum Traktorentreffen und stellt sie dort als echten italienischen Oldtimer vor, den er in einer Reihe mit NSU Quickly, Heinckel und Rixe sieht. Er restauriert seine Fahrzeuge gern nach eigenem Gusto und legt keinen Wert auf eine Aufarbeitung im Originalstil. Da werden Weißwandreifen auf die PX gebaut, Chromzierleisten für Kotflügel und Seitenbacken angebracht, die Lackierung zweifarbig gestaltet und Zierstreifen mit dem Pinsel auf den Roller gemalt. Hauptsache es sieht alt aus. Trifft er mit einem Vespa-Experten zusammen, will er diesem sein Gefährt freudig vorstellen, um Lob für seine Restaurierung einzuheimsen. Dass der Vespa-Experte beim Anblick des Gefährts am Rande eines Nervenzusammenbruchs steht, weil der Oldiefan den Roller „verschlimmbessert“ hat, kann er nicht nachvollziehen. Wieso es nicht sachgerecht ist, wenn das Trittblech gespachtelt wird oder wenn Teile verschiedener Rollermodelle miteinander vermischt werden und wenn die Farbe mit einem dicken Pinsel aufgetragen wird, kann er gar nicht verstehen. Er wird nach diesem Treffen zu seinen Traktorfreunden gehen und sich über diesen ignoranten Vespaschnösel beschweren.

Der Alt-Mod

Sein Auftritt ist immer stilecht. Der grüne Parka über dem geschniegelten Pullunder und eine Bügelfalte in der Jeans gehören zu seinem snobistischen Auftritt. Bei ganz besonderen Anlässen wagt er es sogar, sich in einen alten Anzug zu werfen. Seine Vespa sieht aus wie ein Weihnachtsbaum. Jeder im Zubehörhandel erhältliche Chromgepäckträger ist montiert und dient als Halterung für Lampen, Tröten, Spiegel und Flaggen. Die vespatypische Wendigkeit im Stadtverkehr hat er verloren, da er mittlerweile so viele Anbauteile montiert hat, dass sein Roller die Breite eines Kleinwagens erreicht hat. Am Flyscreen prangt sein Name in großen Lettern. Sollte er bescheidener sein, tun es auch die Initialen. Er hasst es, von Fremden darauf angesprochen zu werden, dass sein Roller „aussieht wie Quadrophenia“. Sollte ihn ein Ungläubiger darauf ansprechen, fährt er sich durch sein gut frisiertes, etwas zu langes Haupthaar und antwortet: „Mod sein ist ganz was anderes. Kann ich dir aber nicht so schnell erklären“ und geht seines Weges. Der Alt-Mod ist mittlerweile fast ausgestorben. Im Inneren hofft er auf eine dritte Mod-Welle, aber nur unter der Voraussetzung, dass von ihr nur coole Menschen erfasst werden. Er will sich in England begraben lassen. Aber nicht in Brighton. Das ist dann doch zu offensichtlich „Quadrophenia“

Der Lambrettafahrer

Richtig! Der Lambrettafahrer ist gar kein Vespafahrer. Trotzdem treibt er sich ständig mit seiner Lambretta auf Vespa-Veranstaltungen herum. Wieso er das macht ist ganz einfach: Er hat selbst mindestens eine Vespa zu Hause und ist jahrelang damit gefahren. Mittlerweile nimmt er zu den Treffen jedoch lieber seine Lambretta mit, um damit seine eigene vermeintliche Überlegenheit zu demonstrieren. Technisch anspruchsvoller, optisch schöner und insgesamt einfach besser erscheint ihm seine Lambretta. Natürlich platzt er mit dieser Auffassung nicht heraus, hält sich aber gern und häufig in der Nähe seines Fahrzeugs auf, um endlich darauf angesprochen zu werden. Auf die Frage „Ist das deine?“ gerät er in einen Redefluss über die völlig andere Technik der Lambretta, die Herausforderungen beim Schrauben und darüber, dass die Lambretta in Groß Britannien ein ganz anderes Ansehen genießt. Der Vespafahrer hört gern zu, schließlich ist ihm bewusst, dass der Lambrettafahrer nur wenige Gleichgesinnte in seiner Umgebung hat und er im Herzen eigentlich doch Vespafahrer ist.

Der PX-Fetischist

„PX, sonst nix“ ist sein Motto. Vorn auf seiner Kutte prangt der Aufnäher „PX – Better than your scooter“. Und das glaubt er auch wirklich. Wer an Smallframe-Modellen schraubt, macht das nur weil er von der PX keine Ahnung hat. „Die PX ist der letzte echte Schaltroller“ antwortet er, wenn er auf eine Cosa angesprochen wird. Die Cosa ist für ihn sowieso fast das größere Hassobjekt. „Alte-Leute-Roller“ „Völliges Fehldesign“ sind Attribute, die er dem PX-Nachfolger zuschreibt. Es gibt nur eine Vespa, die er mehr hasst, als die Cosa und das ist die GTS. Wider besseren Wissens betitelt er die GTS als Plastikroller für Leute, die zu blöd zum Schalten sind. Da inzwischen aber schon viele seiner Freunde auch eine GTS in der Garage stehen haben, hat er ganz im Inneren doch schon mit dem Gedanken gespielt, sich eine GTS zuzulegen. Sein Plan: „Kaufen, niemandem erzählen und immer dann, wenn die anderen nicht in der Nähe sind, heimlich eine Runde fahren“

Der Internetrollerfahrer

„Ganz viel Meinung, aber wenig Ahnung“, so kann man in wenigen Worten den Internetrollerfahrer beschreiben. Sein Revier ist das Netz. Seine Aufgabe ist es anderen zu zeigen, dass er mehr Ahnung hat, als alle anderen. Was allerdings niemand wissen darf: Sein Wissen ist theoretisch. Das letzte mal, dass ihn jemand auf einem Treffen, einem Clubabend oder einer Ausfahrt gesehen hat, ist schon Jahre her. Man erinnert sich noch an ihn: Als „alten Recken“, der früher gern geschraubt hat. Seine Vespa hat er verkauft, als zum ersten mal im Leben das Geld knapp wurde. Als das Internet groß wurde, hat er dann seine heutige Wirkungsstätte innerhalb der Vespaszene gefunden: Das Netz. Es gibt keinen besseren Platz für den Internetrollerfahrer. Hier kann er jeden Tag anderen erzählen, dass sie keine Ahnung haben. Er hat eine Liste mit häufig gebrauchten Kommentaren, die er dann per Copy & Paste unter die Beiträge anderer setzt. Ganz oben auf der Liste: „Wie wäre es, wenn du vorher mal die Suchfunktion benutzt, bevor du hier fragst!“; „Viel zu teuer, der Roller ist nicht mehr als 300,-€ wert“; „Mondpreis“; „Mit dem Setup wird das nix“, „Für was ihr ein Geld rausschmeißt, tztztzzzz“. Bis vor ein paar Jahren hat er sich gern im German-Scooter-Forum als Dauerkommentator betätigt. Heute ist er dann doch lieber in nahezu allen einschlägigen Gruppen bei Facebook tätig, denn dort gibt es ja doch irgendwie noch mehr „Opfer“. Seine selbstgefälligen Kommentare wird er erst dann unterlassen, wenn er ein neues Hobby gefunden hat, in dem er, zumindest in seiner eigenen Vorstellung, der Schlaueste sein kann. Das Beste am Internetrollerfahrer: Wenn er diesen Text liest, erkennt er sich, aber wird es nie zugeben!

Der Dauerschrauber

Läuft der Roller nicht, wird er zum Laufen gebracht; läuft der Roller, läuft er nicht gut genug. Diese beiden Sätze beschreiben den „Ewigen Kreislauf“ des Dauerschraubers. Am Ende des einen Zustands schließt sich der andere Zustand an. Dass der Roller fertig ist, ist für den Dauerschrauber ein unerträglicher Zustand. Eine Kleinigkeit kann man aus seiner Sicht immer verbessern. In tagelanger akribischer Kleinstarbeit wird „verbessert“ was das Zeug hält, bis wieder nichts mehr geht. In diesen Moment läuft der Dauerschrauber zur Höchstform auf. Die Garage wird zum Wohnzimmer, statt Kaffee und Kuchen am Esstisch gibt es Kippen und Bier an der Werkbank. Er gibt nicht eher auf, bis alles wieder funktioniert. Dass er diesen Zustand nicht lang hinnehmen kann, liegt in der Natur des Dauerschraubers. Er verbessert weiter, bis nichts mehr geht. Der „Ewige Kreislauf“ beginnt von vorn. Ein sympathischer Typ, denn er steckt immer im Thema!

Der GTSler

Haus gebaut? „Hab ich!“ Kinder aus dem Haus? „Endlich!“ Vermeintlich zu alt zum Motorradfahren? „Schon lange!“ Der zweite Bausparvertrag gerade ausgezahlt? „Jo! Das Geld ist über“ Nochmal schön auf Dolce Vita machen? „Aber hallo!“

Der fesche GTS-Fahrer ist Ü-40 und hat genug Geld übrig, um seine massig vorhandene Freizeit angenehm zu gestalten. Er ist abends, als er mit seiner Ehefrau vorm TV saß, auf die Idee gekommen, dass das Leben nicht zu Ende sein kann und hat zuerst überlegt, sich eine Harley zu kaufen. Da er sich so ein schweres Motorrad aber nicht mehr zutraut und es im letzten Urlaub auf Malle doch so schön war, Roller zu fahren, kauft er sich eine GTS. Selbstverständlich wird der neue Roller nur bei gutem Wetter gefahren und nach jeder Ausfahrt geputzt. Bei jeder Ausfahrt wird ständig angehalten und fleißig fotografiert um den anderen bei Facebook zu zeigen, was man für ein toller freiheitsliebender Hecht ist. Der Vespahändler verdient sich an ihm eine goldene Nase, denn der GTSler braucht jede Art von Zubehör, die er ergattern kann. Vom beheizten Griff (Gicht in den Fingern), über vergrösserte Fussraste für die Ehefrau, die sonst nicht mitfahren will, bis hin zum Flyscreen, damit der Wind nicht so stark von vorn pustet, hat er alles montiert, was der Katalog so hergibt. Dass er mit seiner GTS keine Beachtung beim Rest der Vespaszene findet und dass ihn Motorradfahrer nicht grüßen, kann er so gar nicht verstehen und lässt sich darüber, innerhalb der Diskussion über die beste Lackpolitur, intensiv in den einschlägigen Vespagruppen bei Facebook aus.

Der Pragmatiker

Dass er Vespa fährt, ist reiner Zufall. Seine Vespa hat er aus den Kleinanzeigen der örtlichen Tageszeitung. War reiner Zufall, dass es eine Vespa geworden ist. Für ihn hätte es durchaus ein Modell irgendeiner anderen Marke sein können. Hauptsache zuverlässig. Er fährt mit seinem Roller jeden Tag bei Wind und Wetter dick eingepackt unter einer Kniedecke zur Arbeit. Damit er auch vernünftig gesehen wird, trägt er eine neongelbe Warnweste mit reflektierenden Streifen über seiner Arbeitsjacke, die er schon zu Hause angezogen hat. Von Vespafreunden auf sein Gefährt angesprochen, zeigt er sich nur erstaunt darüber, dass so etwas alltägliches wie ein einfaches Fortbewegungsmittel so euphorisch thematisiert werden kann. Für ihn ist eine Vespa nur ein Fahrzeug, das ihn zuverlässig von A nach B bringt. Nicht mehr nicht weniger. PUNKT!

Der Vespa-Blogger

Ausschließlich von Dollarzeichen in den Augen gelenkt, maßt es sich der Vespa-Blogger an, andere Menschen zu sortieren und charakterisieren. Er fühlt sich berufen, sein gefährliches Halbwissen in alle Welt zu streuen und damit unbedarfte Neulinge ins Unglück zu stürzen, indem er Ihnen Tipps gibt, die er sich selbst aus dubiosen Quellen angelesen hat. Fragt man ihn wenige Tage nach der Veröffentlichung eines technischen Tipps, ob er einem helfen kann, zeigt sich, dass er ein Gedächtnis wie ein Sieb hat. Er steht da wie ein Laie, der er ohne seine Fachbücher ja auch ist.

 

geschrieben von Frank in Allgemein und hat No Comments

Fragen, Anregungen, Ergänzungen?

Daten und Kommentar eingeben
Name
Email
Website
Dein Kommentar

%d Bloggern gefällt das: