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Mit der Vespa auf Rollsplitt gestürzt. Selbst Schuld?

Rollsplitt? Gas EXTREM runter!

Ich glaube jeder, der mit einem Zweirad unterwegs ist, ist sich der erhöhten Gefahr eines Unfalls, der er sich aussetzt bewusst. Zwei statt vier Reifen und eine fehlende Karosse sind der Grund, warum es wesentlich wahrscheinlicher ist, sich auf einem Motorrad oder einem Motorroller schlimmer zu verletzen als in einem Auto.

Neben einem Zusammenstoß mit einem Auto ist ein Sturz die größte Befürchtung, die man als Zweiradfahrer hat. Nach über 25 Jahren Motorrad- und Vespa-Erfahrung legt man zuweilen, wenn man bislang keinen Unfall hatte, eine gewisse Arroganz gegenüber der Gefahr an den Tag. Weil mir bisher noch nichts passiert ist, hielt ich mich für einen guten und vorausschauenden Fahrer, der hauptsächlich Dank der eigenen Fähigkeiten noch keinen Unfall erlitten hat.

Diese Arroganz wird jedoch sehr schnell durch das Bewusstsein, dass jeder schneller stürzen kann, als einem lieb ist, abgelöst, wenn es denn einmal passiert ist.

Die konkrete Situation war, dass ich mit vier Freunden, bepackt mit Zelt und allem was man so fürs Camping braucht, ca. 220 km zu einem Rollertreffen gefahren bin. Das Wetter war gut, die Reifen neu, der Roller absolut in Ordnung. In einer Kurve innerhalb einer geschlossenen Ortschaft wollte ich, als erster in der Truppe, nach rechts in eine Seitenstraße abbiegen und lag schneller als ich denken konnte, unter meinem Roller.

In der Kurve befand sich zentimeterhoch Rollsplitt. Beim Abbiegen geriet das Vorderrad ins Rutschen, so dass ich bei leichter Schräglage sofort gestürzt bin. Mein Glück war, dass kein Verkehr in der Straße war, denn durch den Sturz bin ich auf die Gegenfahrbahn gerutscht.

Ergebnis des Sturzes:

  • Diverse Schürfwunden an Hüfte und Beinen
  • Prellungen an Hand und Arm
  • Über eine Woche arbeitsunfähig
  • Verkratzter Roller (Spiegel, Rahmen, Bremshebel usw.)
  • Zerstörte Kleidung
  • Beschädigtes Gepäck

Beschädigungen durch Sturz

Der erfahrene Zweiradfahrer (mich eingeschlossen) neigt dazu zu glauben, dass man in einer Situation, in der der Roller ins Rutschen gerät, noch schnell reagieren kann. Inzwischen weiß ich es besser, denn das geht definitiv nicht. Man bemerkt keinen Sturz und auch nicht den Verlust der Bodenhaftung. Man merkt nur, dass man plötzlich liegt.

Natürlich bin ich nicht zum ersten mal über Rollsplitt gefahren. Ich habe großen Respekt vor diesen kleinen Steinchen auf der Fahrbahn. Schon beim Geradeausfahren kann Rollsplitt einen ins Schlingern bringen. In der Regel findet man jedoch entsprechende Warnschilder vor einer Gefahrenstelle und sieht schon im Vorfeld, dass Split auf der Fahrbahn liegt.

Und da liegt der Hase im Pfeffer. Bei einer ordentlichen Beschilderung trifft die Gemeinde oder die Stadt keine Schuld, denn der Motorradfahrer wurde auf die Gefahr hingewiesen und muss seine Geschwindigkeit der Situation anpassen. Das heißt unter Umständen, dass er Schrittgeschwindigkeit oder langsamer fahren muss. Hierzu wurden schon verschiedene Urteile gefällt, die sich im Internet nachlesen lassen. Es ist in aller Regel schwer, die Schuld bei der Gemeinde oder der Stadt zu suchen, denn meistens sind Gefahrenstellen vernünftig beschildert. Leider gibt es immer wieder Ausnahmen, bei denen Bauarbeiter offenbar nicht in der Lage oder nicht Willens sind, Schilder so aufzubauen, dass man sie an der richtigen Stelle auch sieht, um sich auf die Gefahr einzustellen.

Sturz auf Rollsplitt: Kein Einzelfall

Aus meiner Sicht war an meinem Unfallort keine den Vorschriften entsprechende Beschilderung vorhanden, so dass aktuell geprüft wird, ob die Gemeinde, bzw. das beauftragte Unternehmen korrekt gehandelt hat.

Letztendlich soll dieser Bericht eines bewirken, nämlich dass Ihr gut auf Euch aufpasst und Euch trotz allen Spaßes und der Sorglosigkeit und der Lebensfreude, die das Fahren mit dem besten Zweirad der Welt, nämlich der Vespa, verursacht, immer darüber bewusst seid, dass das Zweiradfahren immer mit großen Gefahren verbunden ist und dass die Konsequenzen eines Unfalls nicht immer so relativ glimpflich sind, wie in meinem Falle.

Daher denkt einfach mal über folgende Punkte nach:

  • Ist ein Integralhelm vielleicht doch besser als ein Jethelm?
  • Gibt es eventuell doch ganz schicke Schutzbekleidung, die man auch auf der Vespa gern trägt, ohne gleich auszusehen, als würde man auf ein Motorradrennen gehen wollen?
  • Reichen Flip-Flops aus oder würde festes Schuhwerk einigen Verletzungen entgegen wirken?
  • Wenn man einen Roller für teures Geld, in den man Arbeit und Liebe gesteckt hat, fährt, müsste man doch ein paar Euro für eine Vollkaskoversicherung übrig haben?
  • Wäre es vielleicht ganz angenehm, eine Verkehrsrechtsschutzversicherung zu haben, um die eigenen Ansprüche durchzusetzen?

In diesem Sinne, Euch allen eine gute und sichere Fahrt, ob mit einer klassischen Vespa, GTS und Co oder jedem anderen Zweirad!

 

geschrieben von Frank in Allgemein und hat No Comments

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