Franks Vespagarage

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Was gehört in die Vespa-Werkstatt?

Schrauben an der Vespa macht Spaß. Es gibt kaum etwas, das Fahrer und Fahrzeug mehr verbindet, als die eigenhändige Reparatur, Überholung und Wartung des eigenen Fahrzeugs. Es gibt zwei Dinge, die man als Vespafahrer haben muss, um ein halbwegs guter Schrauber zu werden: Zum einen eine halbwegs gute Wissensbasis, die man sich recht einfach in Büchern und im Internet anlesen kann und zum anderen vernünftiges Werkzeug.

Gerade bei dem Werkzeug gilt der Spruch: „Wer billig kauft, kauft zweimal“. Es gibt nichts ärgerlicheres, als wenn man wegen fehlender oder schlechter Werkzeuge nicht weiterkommt oder im schlimmsten Fall etwas kaputt macht. In diesem Artikel stelle ich Euch die Basisausstattung einer kleinen Vespa-Hobby-Werkstatt vor:

Standard-Werkzeug

Steckschlüsselsatz Hazet

Steckschlüsselsatz

Ganz egal, was Du an Deiner Vespa machst: Du wirst in 90% der Fälle einen kleinen Steckschlüsselsatz benötigen. Empfehlenswert sind Kästen, die Nüsse zwischen 6 und 14er-Größe beinhalten, denn damit hat man fast jede gängige Schraube der Vespa abgedeckt. Sehr empfehlenswert sind Steckschlüsselsätze, die dazu auch einen Schraubendrehergriff mit Bits enthalten. Das erspart auf Reisen das Mitführen einiger Schraubendreher. Als konkrete Empfehlung kann ich Euch den kleinen Steckschlüsselsatz von Hazet ans Herz legen. Ich habe mir das Teil, das aus diversen Tests als überragender Sieger hervorgegangen ist,  vor kurzem gegönnt und bin absolut begeistert. Der Kasten beinhaltet neben den angesprochenen Nuss-Größen, Schraubendreher und Bits auch Verlängerungen und ein Kardan-Gelenk. Die Qualität der einzelnen Teile ist unübertroffen gut: Man kennt Hazet als den Mecedes unter den Werkzeugen. Nicht ohne Grund arbeiten die meisten Werkstätten mit Hazet-Werkzeugen.

Maulschlüssel

Maul-Schlüsselsatz

In Teilbereichen kommt man mit dem kleinen Knarrenkasten nicht weiter. Dies ist zum Beispiel bei der Montage des Auspuffs und des hinteren Stoßdämpfers des Fall. Ein Maulschlüsselsatz sollte den Größenbereich 6mm bis XX mm abdecken. PK-Besitzer sollten sich zusätzlich für Arbeiten am Auspuff einen gekürzten 10er-Schlüssel zulegen, da man mit einem Standard-Schlüssel schlecht am Blech, an dem das Reserverad befestigt ist, vorbei kommt. Auch bei den Maul-Schlüsseln kommt es auf die Qualität an. Einfache Baumarkt-Schlüssel sind oft zu weich und im schlimmsten Falle nicht 100% passgenau, so dass die Gefahr besteht Muttern und Schrauben zu beschädigen. Nicht ohne Grund arbeiten Profis nur mit Markenwerkzeug.

Schraubendreher

Schraubendreher-Satz Kreuz und Schlitz

Genauso wie bei den Steckschlüsseln ist bei den Schrauberndreher die Qualität wichtig. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass billige Schraubendreher oft nicht die korrekte Passform haben, Schrauben schnell beschädigt werden oder der Schraubendreher selbst verbiegt. Also sollte man auch hier nicht sparen und sich einmal etwas richtiges gönnen. Ich habe mich bei den Schraubendrehern wie bei den anderen Werkzeugen auch für Hazet entschieden, denn die passen wie eine eins und sind durchgängig aus einem Stück gefertigt. Das heißt, man kann auch mal mit dem Hammer hinten auf den Griff schlagen, um den Schraubendreher in eine „vernaddelte“ Schraube zu treiben. Die Dinger liegen super in der Hand, was sich besonders auf die Kraft, die man mit der Hand ausüben kann, auswirkt. Im Verhältnis zu dem was man bekommt, ist dieser Schraubendrehersatz im wahrsten Sinne des Wortes sehr preiswert.

Knebel mit Nüssen

Große Knarre mit Nüssen

Dort, wo man mit dem kleinen Steckschlüsselsatz nicht weiter kommt, braucht man eine größere Knarre oder einen Knebel mit entsprechenden Nüssen. Bei mir findet dieses Werkzeug bei allen Muttern und Schrauben ab der Größe 14 seinen Einsatz. Die Vespa hat nur sehr wenige dieser Schrauben. Die Traverse in Größe XX und die Polradmutter in Größe XX, sowie die Zentralmuttern der Vorder- und Hinterräder, sowie einige Mutter im Motorinneren sind die häufigsten Anwendungen für die große Knarre.

Ich habe meine Garage kürzlich auf gutes Werkzeug umgestellt. Das alte Werkzeug nehme ich jetzt als Bordwerkzeug im Roller mit, so dass ich von dem neuen Werkzeug den doppelten Nutzen habe. Gute Erfahrungen beim Werkzeugkauf habe ich bei www.Betriebsausstatter24.de gemacht. Dort gibt es wirklich ALLES an gutem Werkzeug. Stattet der Seite mal einen Besuch ab! Unglaublich, was dieser Shop für Begehrlichkeiten in einem hervorruft.

Spezielle Vespa-Werkzeuge

Polradabzieher

Polradabzieher

Wenn man den Motor auseinander nehmen möchte, Probleme mit der Zündung hat oder die Zündung nur einstellen will, braucht man einen Polradabzieher. Dieses Werkzeug ist Standard in jeder Vespa-Werkstatt. Dort wo der Abzieher nicht genug Druck aufbaut, weil zum Beispiel das Lüfterrad festgegammelt ist, was nicht gerade selten der Fall ist, hilft ein Klauenabzieher. Es gibt verschiedenen Ausführungen dieses Abziehers.

Lüfterradhalter

Lüfterradhalter

Beim Ausbau des Lüfterrads benutzt man einen Lüfterradhalter, um das Teil zu blockieren. Dies ist auch die einzige vernünftige Möglichkeit, das Lüfterrad zu montieren oder demontieren. Andere Methoden, wie das Blockieren des Kolben mit einem Kolbenstopper können Beschädigungen am Kolben hervorrufen. Der Lüfterradhalter kostet wenig Geld, passt universell auf die veschiedenen Roller-Modelle und gehört in jede Werktstatt.

Kupplungshalter

Kupplungshalter

Zur Demontage der Kupplung muss der Kupplungskorb fixiert werden. Mit einem Kupplungshalter, der universell auf PX und Smallframe passt, kann man den Korb ohne Beschädigungen zu riskieren festhalten um die Mutter zu lösen oder zu befestigen.

Kupplungsabzieher

Kupplungsabzieher

Bei den Smallframes braucht man zum Abziehen der Kupplung einen Kupplungsabzieher, der dem Polradabzieher äusserlich sehr ähnlich sieht. Ohne den Abzieher ist eine Demontage des Kupplungskorbs nicht möglich. Daher ist dieses Tool ein Must-Have.

Kronenmutterschlüssel

Kronenmutterschlüssel

Beim Wechsel der Kupplung an der PX kommt man nicht weiter, wenn man diesen Kronenmutterschlüssel nicht hat. Der Kupplungswechsel ist relativ einfach und selbst inklusive diesem Werkzeug preiswert.

Einzugswerkzeug Lager und Schlagdorn

Diese Werkzeug richtet sich eher an Fortgeschrittene. Es gibt etliche Tricks die Lager in einem gespaltenen Motor neu einzusetzen, aber kein Trick ist so gut wie ein Spezialwerkzeug. Für denjenigen, der nur mal schnell die Lager wechseln will ist dieses Werkzeug viel zu teuer. Für einen Club oder eine Schraubergemeinschaft hingegen kann sich die Anschaffung durchaus lohnen. Für den Lagerwechsel sollte man nach Möglichkeit einen Schlagdorn verwenden um die Lager auszutreiben. Auch hier ist der Preis recht hoch, so dass sich eine Anschaffung für jedermann nicht lohnt.

 

Andere Spezialwerkzeuge

Klauenabzieher

Klauenabzieher

Gerade bei Rollern, an denen lang nichts gemacht wurde, hat man häufiger den Fall, dass sich das Polrad nicht mit dem Polradabzieher lösen lässt. Der Klauenabzieher ist dann die Notlösung, die zwei große Nachteile mit sich bringt: Zum einen wird der Druck auf die Außenseiten des Polrads ausgeübt. Diese starke Kraftentfaltung kann zu Beschädigungen des Lüfterrads führen. Typischerweise können Ausbrüche an den Kanten und eine Deformierung des gesamten Teils entstehen. Die Kurbelwelle wird bei einem stark festsitzenden Lüfterrad ebenfalls häufig in Mitleidenschaft gezogen. Der Abzieher drückt mit seinem Dorn auf die Welle und dehnt diese damit aus. Dem kann man entgegen wirken, indem man beim Abziehen eine Mutter auf die ersten Windungen des Wellenstumpfes dreht. Eine Garantie für einen unbeschädigten Wellenstumpf ist diese Methode jedoch nicht. Klauenabzieher sind im Set mit verschiedenen Größen und in einfacher Qualität günstig erhältlich. d sindzum Beispiel auch beim Abziehen von festen Bremstrommeln oder der Kupplung hilfreich.

Heißluftpistole

Heißluftpistole

Die Heißluftpistole findet in vielen Bereichen Anwendung und ein Must-Have für den ambitionierten Schrauber. Von der einfachen Anwendung, wie dem Lösen von Aufklebern vom Lack über die Erwärmung festsitzender Teil bis hin zur Erhitzung des Gehäuses beim Einbau neuer Lager. Gute Dienste leistet einem dieses Werkzeug auch bei Elektroarbeiten, bei denen man Schrumpfschläuche verarbeitet. Wer an seinem Motor die Lager neu machen möchte, der kommt ohne Heißluftpistole nicht weit.

Drehmomentschlüssel

Drehmomentschlüssel

Wichtig ist es, am Roller die Schrauben mit dem richtigen Drehmoment anzuziehen. Nicht deshalb, weil man sie mit einem Drehmomentschlüssel mit dem langen Hebel zu schön „festballern“ kann, sondern weil in vielen Fällen genau das Gegenteil der Fall ist. Viele Schrauben am Roller, sowie die Zündkerze werden eben nicht besonders fest angezogen, sondern so, dass sie „fest, aber nicht ab“ sind. Das kann man sicherlich auch von Hand irgendwie hinbekommen, aber zum Beispiel bei der Kupplung oder den Rädern sollten die Muttern schon so angezogen sein, dass sie der Belastung auch vernünftig stand halten und trotzdem später noch zu lösen sind. Eben genau dafür braucht man einen Drehmomentschlüssel, den man zum Beispiel bei ebay recht günstig kaufen kann. Eine Tabelle mit den richtigen Drehmomentwerten findest Du HIER

Cola-Kiste

Die Cola-Kiste ist die Hebebühne des Smallframe-Fahrers. Bei den meisten Arbeiten am Motor bietet es sich an, den Motor abzuklappen, um wirklich alle Bereich gut erreichen zu können. Man entnimmt den Vergaser, löst den hinteren Stoßdämpfer am Gehäuse und stellt den Roller dann mit dem Trittblech auf die Kiste. Der Motor klappt wunderbar nach unten ab und man hat freien Zugang zu allen Bereichen des Motors.

Blitzpistole & Gradscheibe

Blitzpistole & Gradscheibe

Das Abblitzen der Zündung wird von dem einen oder anderen Vespafreund gern mal als die Krönung der Einstellarbeiten dargestellt. Der Schwierigkeitsgrad hält sich in Grenzen, der Effekt ein gut eingestellten Zündung ist jedoch enorm und entscheidet sehr viel darüber wie sauber ein Motor läuft und insbesondere auch über seine Haltbarkeit. Eine falsch eingestellt Zündung kann einen Zylinder schnell zum Klemmen bringen. Eine Blitzpistole ist daher eine lohnende Anschaffung, denn man sollte die Zündung, die Zündkerze und die Düsen nach jeder Umbaumaßnahme am Roller anpassen. Für das Abblitzen der Zündung ist die Pistole, sowie eine entsprechende Gradscheibe unverzichtbar. Es gibt eine gute Anleitung über das Abblitzen des Zündung, das Du Dir HIER ansehen kannst

 

Kleinteile

Es ist unmöglich alle Kleinteile für die Vespa zu Hause zu haben. Gerade dann, wenn man verschiedene Modelle fährt. Ein paar Teile sollte man aber zu Hause haben, um das Schrauben angenehmer zu machen.

Schrauben, Muttern, Federringe und Unterlegscheiben

Wenn man an seiner Vespa schraubt, dann kann da schon mal die eine oder andere Mutter oder Schraube kaputt gehen. Vergammelte oder kaputte Schrauben, Muttern, Unterleg- und Federscheiben  sollte man unbedingt auswechseln. Das sieht zum einen viel besser aus, als die alten verrosteten Schrauben und zum anderen sorgt es dafür, dass sich die Schrauben auch in ein paar Jahren noch gut lösen lassen. Man beugt quasi dem Gammel vor. Ich wechsel diese Dinge immer dann, wenn ich sowieso gerade etwas zu tun habe. Wenn ich zum Beispiel einen neuen Reifen aufziehe, verwende ich für die Felge und die Befestigung an der Bremstrommel immer neue Scheiben und Muttern.

Sehr günstig bekommt man dieses Material gerade auch in kleinen Mengen zum Beispiel bei Hornbach. Dort kann man die Schrauben abwiegen, so dass man z.B. für 30 M8 Muttern gerade mal 0,50€ zahlt. Da macht der tiefe Griff in die Schraubenkiste richtig Spaß, weil es im Portemonnaie nicht so sehr schmerzt. Mein Vorrat an Muttern, Schrauben, Federringen und Unterlegschreiben reicht von M4 bis M8, von denen ich jeweils 80 bis 100 Stück vorrätig habe. Wer größere Stückzahlen braucht ist natürlich auch bei Würth gut bedient. Würth hat allerdings zwei entscheidende Nachteile: Zum einen muss man ein Gewerbe betreiben um dort einkaufen zu können zum anderen bietet Würth nur Mengen ab rund 100 Stück an. Als Kleinabnehmer bezahlt man dann fast das selbe Geld wie bei Hornbach, von daher ist für die meisten Hornbach beim Schraubenkauf erste Wahl.

Bei den Schrauben für die Vespa muss man darauf achten, dass man seinem Roller mit Edelstahlschrauben nichts gutes antut. Mit Edelstahlschrauben gibt es zwei Probleme, nämlich, dass Edelstahlschrauben sich tendenziell schneller lösen als verzinkte Schrauben, und dass sie das Rosten der nicht aus Edelstahl bestehenden Teile fördern. Deswegen sollte man IMMER zu den preiswerteren und für die Vespa besseren verzinkten Schrauben und Muttern greifen.

Elektrikkleinteile

Kabel und Schuhe, Schrumpfschlauch, Isoband

Ich bin der Meinung, dass man einen Kabelbaum nach etwa 20 bis 25 Jahren austauschen sollte. Die Kabel sehen äusserlich oft noch gut aus, sind innen aber oft rott. Folge sind oft nicht oder nur aufwändig nachvollziehbare Elektrikprobleme. Ärgerlich zum Beispiel, wenn auf großer Fahrt die Kabel zu CDI brechen, weil sie alterschwach sind. Wer den Kabelbaum nicht wechselt, wird immer damit leben müssen, dass sich mal ein Kabel oder ein Kabelschuh, bzw. Flachstecker verabschiedet. Ich halte daher immer eine ganze Palette an Flachsteckern in den beiden gängigen Größen zu Hause vorrätig um auch spontan kleine Elektrikprobleme beheben zu können. Dazu habe ich mir für kleines Geld ein Kabel mit verschiedenfarbigen Litzen gekauft, so dass die Kabel notfalls in der richtigen Farbe passend ersetzt werden können. Schrumpfschlauch rundet das Elektropaket ab.

Schwimmernadelventil

Ein Teil, das gern mal den Geist aufgibt, ist das Schwimmernadelventil. Ein defektes Schwimmernadelventil äussert sich dadurch, dass der Vergaser Benzin verliert. Konkret heißt das, aus dem Roller läuft Benzin, wenn man den Benzinhahn nicht geschlossen hat. Beim Starten gibt es Schwierigkeiten, weil die Schwimmerkammer vollgelaufen ist. Das Schwimmernadelventil kostet nur kleines Geld, ist aber Gold Wert, wenn man es denn plötzlich braucht. Sollte man daher stets als Ersatz zu Hause liegen haben.

Splinte, Keile, Nippel

Halbmondkeile, Splinte und Nippel

Beim Schrauben ist es unentbehrlich bestimmte Teile generell zu erneuern, wenn man gerade mal rankommt. Dazu zählen besonders die Halbmondkeile, die in den Bereichen Kurbelwelle, Nebenwelle und Kupplung sitzen. Es bietet sich immer an, bei Zeiten ein paar Keile zu bestellen, denn genauso wie die Splinte, die an Vorder- und Hinterrad, am Bremshebel und teilweise an den Bremsnippeln verbaut sind, braucht man sie ganz plötzlich und unerwartet, will deswegen aber nicht unbedingt eine neue Bestellung aufgeben. Es schadet daher nicht diese Teile zu Hause liegen zu haben. Gerade bei den Keilen gilt zu bedenken, dass ein kaputter Keil, also ein Teil für ein paar Cent den gesamten Roller lahmlegen kann. Wer will das schon riskieren?

Züge

Seilzüge

Mittlerweile bin ich dazu übergegangen, zum Winter hin, also VOR Saisonbeginn im nächsten Jahr an meinen Rollern die Züge zu tauschen. Es gibt einfach nichts Ärgerliches während des Anrollerns oder auf einer anderen Tour wegen eines gerissenen Zugs liegen zu bleiben. Trotz dessen lege ich mir immer einen Satz Seilzüge parat, so dass ich einen Zug sofort ohne Wartezeit wechseln kann.

Glühbirnen

Glühbirnen

Im Herbst plötzlich ohne Licht da zu stehen, ist wirklich keine Freude. Ich hatte kürzlich das Vergnügen mit ausgefallenem Frontlicht nach Hause fahren zu dürfen und hätte beinahe teuer dafür bezahlt. Während ich gut mit der Straßenbeleuchtung zurecht kam und genug gesehen habe, hat mich ein Autofahrer wegen des fehlenden Lichts nicht gesehen und beinahe umgefahren. Ich war zumindest froh, in meiner Garage sofort eine Ersatzbirne einbauen zu können, um am nächsten Tag wieder zu fahren . Noch besser ist es natürlich, immer eine Birne im Bordgepäck zu haben.

Schlauch

Mindestens einen neuen Schlauch sollte jeder Scooterist als Ersatz zu Hause liegen haben. Selbst dann wenn man ein Reserverad am Roller hat, braucht man den Schlacuh spätestens dann wenn man nach Hause kommt um den kaputten Schlauch zu ersetzen. Gerade weil Schläuche so günstig sind, sollte man nicht zögern einen Ersatz bei der nächsten Bestellung in den Warenkorb zu legen.

 

Verbrauchsmaterial

Neben dem Werkzeug braucht man einige Verbrauchsmaterialien um das Schrauben an der Vespa angenehmer oder teilweise überhaupt erst möglich zu machen. Ich habe folgende Hilfs- und Pflegeprodukte immer parat:

WD 40 Kriechöl

WD 40

WD 40 ist der Klassiker unter den Rost- und Pflegemitteln. Überall erhältlich und schon seit Jahren bewährt. WD-40 benutzt man hauptsächlich um festsitzende Schrauben und Muttern zu lösen. WD-40 unterwandert den Rost und kriecht bis in die letzte Ecke. Es kann durchaus ein wenig dauern, bis das Öl zu wirken beginnt, unter Umständen ist es manchmal sogar ratsam WD-40 über Nacht einwirken zu lassen. Was WD-40 nicht löst ist in vielen Fällen auch nicht mehr zu retten. Lette Versuche kann man dann noch mit der Heißluftpistole unternehmen, indem man die Verbindung erhitzt. Wenn dies nicht mehr hilft, dann hilft nur noch Gewalt und Zerstörung. WD-40 ist Pflicht in der Werkstatt.

Polierpaste Rot-Weiß

Rot-Weiß-Polierpaste

Im Baumarkt kann man jede Menge Pflegeprodukte für den Lack kaufen. Diese Produkte sehen äusserlich toll und vielversprechend aus. Was aber besonders auffällt ist, dass sie wahnsinnig teuer sind. Ich halte von diesen ganzen Versprechen nicht viel, denn gerade verwitterte Lacke brauchen keine Pflege, die möglicherweise für den 3 Jahre alten Familien-Golf geeignet ist, sondern was richtiges. „Was richtiges“ für den Vespa-Lack ist „Rot-Weiß-Polierpaste„. Man bekommt sie in jedem gut sortierten Kfz-Fachhandel in der klassischen Metalltube. Die Ergebnisse die man mit Rot-Weiß erzielt übertreffen die der mir bekannten modernen Lackpflegemittel bei weitem. Gerade bei richtig alten Lacken holt Rot-Weiß die alte Farbe wieder raus. Natürlich muss man lang polieren, aber dafür hat man nach der Behandlung mit Rot-Weiß einen richtig schönen, wunderbar glänzenden Lack, der auch nach Jahrzehnten wieder richtig gut aus sieht. Auch für die regelmäßige Pflege der Lacks ist Rot-Weiß gut geeignet. Gerade vor dem Winter lohnt es sich, den Roller einmal ordentlich zu polieren. Im Frühjahr kann’s dann mit einem strahlenden Roller direkt wieder los gehen.

Nevr-Dull

Nevr-Dull

Chrom ist und war ein Thema am Roller. Für viele gehört er dazu, andere finden Chromteile richtig kitschig. Eines ist aber allen klar: Chrom braucht viel Pflege. Je nach Qualität des Anbauteils setzt der Chrom schon nach drei bis vier Tagen im Freien Flugrost an. Um so einen Rost zu entfernen und um das Metall gleichzeitig zu schützen gibt es Nevr-Dull. Hierbei handelt es sich um einen Klassiker der Metallpflege. Nevr-Dull kommt in einer Metalldose und ist im Prinzip eine mit Pflegemittel getränkte Polierwatte. Mit dieser Watte poliert man das Metall. Rost, Schmutz und Teer lassen sich leicht entfernen. Anschließend bildert sich eine weiße Schicht, die man mit einem Lappen abwischen kann. Dieses Finish verleiht dem Chrom den richtigen Glanz und Schutz für die nächsten Wochen. Wer  Chrom am Roller hat, braucht Nevr-Dull.

Fertan Rostwandler

Fertan

Für Roststellen am Roller braucht man Fertan. In der Oldtimerszene ist dieses Mittel schon seit Jahren ein Begriff und wird daher sehr oft empfohlen. Fertan kann man auf rostige Stellen am Roller aufsprühen oder aufpinseln. Der Rost wird umgewandelt. Durch das Fertan bildet sich eine schützende Schicht, die auch nicht rostiges Metall blank hält. Fertan ist sehr gut geeignet, um später mit entsprechender Weiterbehandlung darauf zu lackieren. Ich benutze es in der Regel um den Rost „in Schach“ zu halten. Ich habe an einigen Rollern belastete Stellen, an denen der Lack ab ist und sich leichter Rost bemerkbar macht. Dort verwende ich alle paar Wochen ein wenig Fertan. Einfach aufpinseln, 1 bis 2 Stunden später nochmals anfeuchten und dann 24 Stunden später mit viel Wasser abwaschen. Fertig ist der Rostschutz. Ein Roller, der es 30 Jahre ohne jegliche Pflege draussen ohne besonders stark zu rosten ausgehalten hat, wird mich mit dieser wiederkehrenden Fertan-Behandlung ganz sicher überleben. Zur Rostvorsorge ist Fertan daher lang- wie auch kurzfristig sehr zu empfehlen.

Genial ist Fertan auch um den Tunnel der Vespa auszusprühen. Dazu nimmt man am besten die Fußbremse ab und sprüht Fertan in den Tunnel. Nach der vorgeschrieben Einwirkzeit und den Zwischenschritten wäscht man das Fertan mit viel Wasser ab. Abschließend kann man das ganze noch mit Fluid Film ergänzend schützen.

Fluid Film Rostschutz

Fluid Film

Ähnlich wie WD-40 ist Fluid-Film eine Art Kriechöl. Man kann es im Prinzip wie WD-40 anwenden, noch besser ist es aber für den Oberflächenschutz geeignet. Ich verwende es unterhalb des Trittblechs und im hinteren Bereich des Rahmens als Schutz gegen Korrosion. Fluid Film ist sehr beständig haftend, resistent gegen Salze, wasserverdängend und verdunstet und verharzt nicht. Gerade die Behandlung des Unterbodens vor der Wintersaison ist daher extrem gut um Salz-Schäden vorzubeugen. Fluid-Film ist daher optimal für alle zu schützenden Stellen, die nicht direkt sichtbar sind.  Eine weitere Anwendung ist die Behandlung der kompletten Vespa mit Fluid Film, bevor man sie einmottet. Der Film wird während der Zeit der Nichtnutzung bis zur Wiederinbetriebnahme haften bleiben und in der Zwischenzeit effektiv vor Rost schützen.

Hitzebeständige Silikondichtung

Dirko

Hin und wieder braucht man eine neue Dichtung. Meistens schraubt man spontan etwas und anschließend kann das Werk wegen einer fehlenden neuen Dichtung nicht vollendet werden. Für mich sind die Zeiten der Papierdichtung vorbei. Ich dichte inzwischen fast alles mit Silikondichtung, wie zum Beispiel Dirko. Es gibt noch eine Menge Alternativen, die unter anderem preiswerter sind. Der Vorteil an Silikondichtungen aus der Tube ist, dass sie universell einsetzbar sind. Ich fahre selbst einen PX-Motor, den ich ohne Papierdichtung nur mit Silikon gedichtet habe und kann nur positives berichten. Der Motor ist 1a trocken. Auch an anderen Stelln bereitet mir die streichbare Silikondichtung keine Probleme. Ich habe sie am Membrankasten, am Ansaugsutzen, zwischen den Gehäusehälften, an der Vergaserwanne und am Vergaser im Einsatz und wie gesagt, das alles ohne Probleme oder Einschränkungen. Dirko ist damit das beste, wenn man nicht viele verschiedene Dichtungen vorrätig halten will.

Kupferpaste

Kupferpaste

Festgegammelte Teile sind oft ein Problem am Roller. Oft hilft WD-40, Hitze und letztendlich nur noch rohe Gewalt. Wer sich einmal mit einer einzelnen Mutter oder Schraube über Stunden auseinandergesetzt hat, der sorgt auch dafür, dass ihm das beim nächsten mal nicht mehr passiert. Am besten funktioniert das mit Kupferpaste. Dieses Schmiermittel hält auch extrem hohen Temperaturen, wie sie zum Beispiel am Auspuff entstehen stand. Den Krümmer sollte man daher vor der Montage mit Kupferpaste bestreichen. Dies sorgt dafür, dass sich das Teil auch später noch leicht lösen lässt und eben nicht festgammelt. Kupferpaste verwendet man zum Beispiel auch als Schmiermittel für die Bremsbeläge. Mit Kupferpaste lassen sich die Beläge auch nach Jahren noch leicht bewegen.

 

Eines steht fest: Man kann definitiv noch mehr in seine Werkstatt legen. Hast Du andere Materialien in Deiner Werkstatt, die Du als Standard ansiehst? Eine Empfehlung für die Basis-Ausstattung? Dann nutze die Kommentarfunktion um diesen Artikel sinnvoll zu erweitern!

geschrieben von Frank in Allgemein und hat Comment (1)

Einen Kommentar für “Was gehört in die Vespa-Werkstatt?”

  1. Peter Schneider sagt:

    Was in jede Werkstatt gehört ist Loctite-Schraubensicherung. Ich habe immer 3 Sorten im Regal : 222, 243 und 270 (niedrigfest, mittelfest und hochfest). Damit gehören lockere oder verlorene Schrauben der Vergangenheit an!

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