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War die Vespa wirklich der erste Motorroller?

Seinen Siegeszug trat der Motorroller nach dem zweiten Weltkrieg an, als komfortable Fahrzeuge zu günstigen Preisen gefragt waren. Als Kultobjekte gelten nach wie vor traditionelle Modelle wie Vespa und Lambretta.  Vespa ist heute quasi ein Synonym für Motorroller. Weil wir unsere Vespa so sehr lieben, glauben wir natürlich, dass sie auch die erste am Markt war. Tatsächlich ist die Lage aber etwas anders und es waren noch nicht einmal Italiener, die das beste Zweirad der Welt, den Motorroller, erfunden haben, wie sich der nachfolgenden Recherche entnehmen lässt:

Vom Motorläufer zum Sesselmotorrad

Die ersten Vorläufer des Motorrollers wurden bereits Ende des 19. Jahrhunderts entwickelt. Das erste serienmäßig hergestellte Motorrad war die Hildebrand & Müller, die erstmals 1894 vom Band ging. Als erster Motorroller gilt das 1915 in den USA hergestellte Motoped. Aus diesem entwickelte sich das Autoped mit Vorderradantrieb, das Krupp ab 1919 in Deutschland als „Motorläufer“ in Lizenz vertrieb. Zwischen den beiden Weltkriegen stieg die Zahl der Neuentwicklungen an, in Deutschland wurden ab 1921 sogenannte „Sesselmotorräder“ mit DKW-Zweitaktmotor und Riemenantrieb gebaut. Insgesamt waren aber diese Motorroller zu instabil und oftmals zu teuer.

Der weltweite Boom

Cushman Glide

In den USA brachte Foster Salsbury 1936 den Salsbury Motor Glide auf den Markt, der lange Zeit Form und Aussehen der Motorroller prägte. Auch mit dem stufenlosen Getriebe schrieb Foster 1938 Geschichte. Härtester Konkurrent war die Cushman Company, die ursprünglich die Motoren für Salsbury liefern sollte, dann aber eigene Motorroller produzierte. Im zweiten Weltkrieg entwickelte Cushman den Glide Model 53, der extra dafür konstruiert wurde, einen Fallschirmabwurf zu überstehen. Der eigentliche Siegeszug des Motorrollers begann aber 1946 mit der Vespa und 1947 mit der Lambretta in Italien. Auch in Deutschland wurde ab 1949 die Walba gebaut, der Boom kam in den Wirtschaftswunderjahren mit Modellen wie Zündapp Bella, Heinkel Tourist, Maicomobil und Dürkopp Diana. In der DDR fuhr man Schwalbe, Berlin, Troll und SR 50.

Die Situation heute

Motorroller werden über Handschaltung oder Schaltwippe per Fuß gesteuert, seit den 90er Jahren sind Vollautomatik und Triebsatzschwinge verbreitet. Die Zweitakt-Motoren stehen wegen strengerer EU-Richtlinien in der Kritik, können aber durch Einspritzanlagen und Katalysatoren den Schadstoff-Grenzwerten angepasst werden. Auch die Bremsbeläge unterliegen strengen Vorschriften. Neben herkömmlichen Bremsbelägen gibt es unter anderem auch Bremssteine, die über eine Geräuschdämmplatte verfügen.

Das Design der Motorroller änderte sich ab den 90er Jahren. Die Motorroller wurden modischer und sportlicher im Aussehen. Hubraumstarke Modelle von Honda und Suzuki gaben dem Motorroller ein neues Image. Zu dieser Zeit hatten die deutschen Marken bereits die Produktion eingestellt. So stammen die meisten Motorroller heute aus Südkorea, Japan, China und Taiwan. Marktführer in Europa ist der italienische Vertriebskonzern Piaggio, der 2009 mit dem MP3 den ersten dreirädrigen Roller mit Hybridantrieb vorstellte.

 

geschrieben von Werbender Gastbeitrag in Allgemein und hat No Comments

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