Franks Vespagarage

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Bremsbeläge wechseln an einer V50 (mit Video)

Bremsen neben Reifen und Stoßdämpfer die wichtigsten Bauteile einer Vespa, denn sie garantieren, dass man nach (hoffentlich) guter Beschleunigung auch wieder zum Stillstand kommt. Deswegen gleich zu Beginn die Warnung: Finger weg von den Bremsen, wenn Du nicht genau weißt , was Du tust! Es gibt sicherlich auch in Deiner Umgebung eine qualifizierte Werkstatt, die preiswert die Beläge und Züge erneuert, denn wie man im Video sehen kann, sind nicht viele Arbeitsschritte erforderlich.

Tatsächlich ist für die Erneuerung der Bremsen kein Spezialwerkzeug erforderlich und die Arbeit geht schnell von der Hand. Zudem erhält man alle Teile wirklich preiswert. Um wieder eine vernünftige Bremswirkung zu erzielen und um auf Nummer sicher zu gehen sollte man folgende Teile auf jeden Fall wechseln:

  • Bremsbeläge vorn
  • Bremsbeläge hinten
  • Federn für die Bremsbacken
  • Sicherungssplinte für Radmuttern
  • Bremszug vorn
  • Bremszug hinten
  • Splint hinten

Die Bremsbeläge für die V50 unterscheiden sich zum Teil voneinander. Also bei der Bestellung unbedingt auf Typ und Baujahr achten, damit man auch die richtigen Beläge bestellt. Zur Not bei der Hotline des Teilehändlers Eures Vertrauens anrufen. Dort wird man Euch in jedem Falle weiterhelfen!


Eigentlich sollte es in dem Video nur um den Wechsel der Bremsbeläge gehen, aber beim Schrauben habe ich dann bemerkt, dass der „super restaurierte“ Roller eigentlich genau das Gegenteil ist.

Asiatischer Pfusch ist schlecht. Deutscher genauso

In der Vergangenheit habe ich mich zweimal mit sogenannten Asien-Vespas beschäftigt, die im Ruf stehen, substanziell schlecht zu sein. Meine Videos und Nachforschungen konnten das auch so bestätigen. In einigen Diskussionen in einem einschlägigen Forum war man dann der Meinung, dass man lieber deutsche Qualitätsarbeit kaufen sollte. Dieser Meinung bin ich ebenso, aber eben nur dann, wenn es sich auch um Qualitätsarbeit handelt. Von Qualitätsarbeit kann bei dem weißen Roller im Video aber nicht die Rede sein:

Die Lackierung in schneeweiß lockt alle. Jeder der den Roller sieht, findet die Farbe super und verliebt sich in das Teil. Wenn man aber genauer hinsieht, bleibt der Roller zwar schneeweiß, aber man stellt fest, dass z.B. das Trittblech gespachtelt wurde. Kann man machen, aber man kann sich dann sicher sein, dass genau das passiert was auch an diesem „Traum in weiß“ geschehen ist. Der Spachtel ist nicht elastisch genug, beginnt zu bröckeln und der darüber liegende Lack beginnt zu reissen. Die Folge: Wasser tritt ein, das Blech darunter  rostet und sorgt so für braune Sommersprossen auf der sonst so makellos weißen Lackhaut. Hier wäre ein vernünftig eingeschweisstes neues Trittblech sicherlich die bessere Lösung gewesen.

Gebrochener Stoßdämpfer… Zufall?

Nach dem Dreh des Videos wunderte ich mich über ein merkwürdiges Geräusch in der Gabel. Die obere Schraube, die den Stoßdämpfer hält, hatte sich gelöst. Schlimm, aber leicht behoben. Nachdem das Geräusch aber immer noch da war, als ich die Schraube angezogen hatte, stellte ich fest, dass das nicht das eigentliche Problem war. Der Stoßdämpfer war gebrochen. Kann auch passieren, aber nicht bei einem Roller, der nach der Restaurierung keine 1000 Kilometer runter hat.

Als der Besitzer den Roller im vorletzten Jahr zum ersten mal bei mir vorgestellt hat um einen Leo Vince Auspuff montieren zu lassen, war zu sehen, dass der Motor Öl verliert. Der gesamte Motor war ölverschmiert und dreckig, obwohl er erst wenige Kilometer gefahren wurde. Des Problems hat sich damals ein Bekannter angenommen. Die Ursache kenne ich leider nicht. Ich habe dem Besitzer damals empfohlen dem Verkäufer in den Hintern zu treten und Nachbesserung zu verlangen. Hat der Besitzer leider nicht getan, wäre mal interessant gewesen, was der Verkäufer dazu zu sagen gehabt hätte.

Bremsen, die nicht bremsen

Man sieht im Video, wie der Zughülse hinten direkt am Hebel befestigt ist. Ich habe den Besitzer gefragt, ob er das gewesen sei. Er verneinte und meinte, dass niemand an den Bremsen etwas verändert hätte. Das lässt nur den Schluss zu, dass dieser Roller so vom sogenannten „Restaurator“ ausgeliefert wurde. Ich kann es selbst kaum glauben, dass das so gewesen sein kann, aber es gibt einfach keine andere Erklärung.

Ebenso wenig erklären sich die drei dünnen Unterlegscheiben am Hinterrad. Das hat einfach nichts mit fachmännischer Reparatur zu tun.

Wie viel Geld kann man für eine Vespa zum Fenster rauswerfen?

Wenn wir Hobbyschrauber so einen Mist verzapfen, dann wissen wir, was und warum wir bestimmte Dinge so gemacht haben. Kann alles mal passieren. Wenn sich allerdings eine Firma als „Fachbetrieb“ ausgibt und satte 2500,- Euro für diesen Haufen Blech verlangt, dann ist das kein Stück besser als eine Asien-Vespa und schlichtweg eine Frechheit.

Auf die Frage, welche Firma diesen Roller bei ebay verkauft und bis vor die Tür geliefert hat, kann ich nur mit Edward Nortons Worten in „Fight Club“ antworten: „Eine große!“, denn ich habe beim besten Willen keine Lust, mir einen Rechtsstreit mit der nicht erwähnten Firma einzufangen.

Haltet einfach die Augen auf und kauft nicht irgendwo, nur weil jemand schöne Bilder mit einem guten Text ins Internet gestellt hat. Selbst dann nicht, wenn Euch das Geld egal ist, Ihr schadet damit Leuten, die vor Ort ehrliche Arbeit leisten!

Deshalb mein Ratschlag: Günstig kaufen und selber machen! Es ist einfacher als man denkt und macht Spaß! Wenn Du nicht weißt, worauf Du beim Kauf achten musst, dann schau mal HIER

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geschrieben von Frank in Allgemein und hat No Comments

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