Franks Vespagarage

Deutschlands größtes Vespa-Video-Blog

German Vespa Days – Eine riesige Enttäuschung…

… ist nur, dass sie nicht jedes Jahr stattfinden.

Schöne Kulisse für die GVD

Am letzten Wochenende ging es endlich los. Viele haben dem größten Vespa-Treffen Deutschlands schon lange entgegen gefiebert. Zum einen ging es schließlich darum, dass 60-jährige Bestehen des Vespa Clubs von Deutschland zu feiern und zum anderen darum viele Fahrer mit teilweise völlig unterschiedlichen Ansprüchen zusammen zu bringen.

Vorab: Dieses Ansinnen ist aus meiner Sicht gelungen. Ich habe auf dem Treffen mit einem 18-jährigen über seinen neu aufgebauten Motor geplaudert und mit einem 75-jährigen darüber, dass er einen günstigen Parkplatz braucht, weil er nicht mehr so weit laufen kann. Seine Vespa hatte der gute Mann in seinem Kombi verzurrt und auf dem Heck einen schmucken Aufkleber „…sonst fahre ich Vespa“.  Ebenso aufgefallen ist mir eine Gruppe fünf älterer Herren, die uns an unserem Platz ansprachen, um zu hören, was wir an unseren Motoren verändert haben und äusserst interessiert waren an allem, was das Treffen für uns ausmachte. Man hat einfach gespürt, dass das Thema Vespa verbindet, egal wer man ist, wie alt man ist und woher man kommt.

Austragungsort der German Vespa Days (GVD) war die Zeche Ewald in Herten. Das stillgelegte Steinkohle-Bergwerk bot einen tolle Kulisse für die Veranstaltung, an der ca. 650 Vespafahrer teilnahmen. Da die Zeche Ewald direkt am Naherholungsgebiet Halde Hoppebruch lieg, gab es neben den Teilnehmer der GVD auch hunderte „externe“ Besucher, die zufällig vorbei kamen und sich interessiert die ausgestellten Roller ansahen. Es gab von diesen Besuchern auf Grund der großen Vielfalt an Rollern einige „Ohs und Ahs“ zu hören, denn zu sehen gab es vom Oldtimer bis zur getunten PX XL 2 (übrigens mit über 25 PS die leistungsstärkste Smallframe am Platz) eigentlich alles. Für jemanden, der bislang noch gar keinen Kontakt zur Rollerszene hatte, bedeutet das vielleicht sogar den Einstieg in die Roller-Liebhaberei.

Händlermeile

Für alle diejenigen, die schon einen Roller ihr Eigen nennen gab es auf der Händlermeile einiges zu sehen. Viele Hänlder präsentierten Neu-und Gebrauchtteile.

Auf der Händlermeile hat mir das Klack und Dran Schlüssel-Brett gefallen, an dem u.a. Nils Homann, den ihr bestimmt von  Scoot-TV kennt, als Grafiker beteiligt ist. Die Schlüsselbretter werden aus MDF gebaut und sind mit Vespamotiven versehen. Der Clou an der Sache ist, dass die Schlüssel mit Magneten am Brett gehalten werden, so dass doppelt belegte Magnete im Gegensatz zu einem Haken, auf den man zwei Schlüssel hängen will, kein Problem sind. Eine einfache, aber wirklich gute Idee mit Praxiswert.

Wie dreht man Filme?

Wo ich Nils schon gerade ewähne: Wir trafen uns beim Geschicklichkeitsfahren des ADAC und haben auf dem Kurs ein paar Ründchen gedreht. Der Kurs bestand aus einigen kleinen Übungen, die relativ leicht aussahen, es dann aber doch in sich hatten, wenn man keine Fehlerpunkt kassieren wollte. Ich hab’s von Anfang an eher mit der Geschwindigkeit versucht und bin durch meine Fehler letztendlich auf dem 7.Platz in der Gesamtwertung gelandet. Nils hingegen war zwar etwas langsamer, dafür aber geschickter und hat insgesamt den zweiten Platz belegt.

Der Parcours hat mich derart begeistert, dass ich ihn mindestens 20 mal gefahren bin. Leider gab es den offiziellen Sportparcours des VCVD nicht zu sehen,  da dieser Kurs für Roller ausgelegt ist, bei denen für die ganz engen Kurven der Lenkanschlag entfernt wurde und  er nur mit Schaltrollern zu bewältigen ist. Der VCVD hat eher auf Spaß gesetzt und den ADAC-Kurs aufbauen lassen. Mir hat es wie gesagt großen Spaß gemacht und es war sicherlich nicht das letzte mal, dass ich mich auf so einem Kurs versuche. Und wenn der Nils da ist, dann werde ich ihn dann auch schlagen!

Scooter Center Prüfstand

Ein Highlight auf der Händlermeile war der Stand vom Scooter-Center. Das Besondere war, dass SCK einen Prüfstand mitgebracht hatte, den man kostenfrei benutzen durfte. Für viele war das eine Gelegenheit die Leistung ihres Roller mal in guter Atmosphäre checken zu lassen. Die Schlange am Stand war dem entsprechend lang, denn eine kleine Beratung, was man für ein mehr Leistung machen kann, gab es noch dazu. Ich habe übrigens mein Ergebnis von der letzten Woche bestätigen lassen. Mehr dazu in ein paar Tagen in einem ausführlicheren Bericht zu meinem neuen Auspuff.

Ein weiterer interessanter Stand kam von Fahrtwind und Freiheit. Dort gab es jede Menge Klamotten mit stilisierten Vespas zu kaufen. Aufgefallen ist mir die Vespa-Kuscheldecke, mit der man auch abends auf der Couch noch sein Lieblingshobby vor Augen hat. Seht Euch mal im Shop um. Es sind gute Sachen dabei!

Aber nicht nur professionelle Händler haben ihre Teile an den Mann gebracht. Gebrauchte Teile und Vespa-Devotionalien, wie Aufkleber, Plaketten und Aufnäher von längst vergangenen Treffen gab es auf dem privaten Teilemarkt.

Party, Party, Party

Die Organisatoren hatten sich mächtig ins Zeug gelegt um richtig für Spaß zu sorgen. An beiden Abenden spielten Live-Bands, die ihr Handwerk verstanden. Während die Band am Freitagabend etwas mehr in Richtung Rock ‚n‘ Roll gingen, spielte die Band am Samstag zwischendurch auch Ska und Soulklassiker, bei denen es vielen schwer fiel die Beine still zu halten.

Die Band am Samstag hatte es insgesamt auch etwas leichter, denn ihr Auftritt wurde von der Pokalvergabe unterbrochen, so dass sich viele Besucher im Zelt befanden. Es wurden Pokale für die weiteste Anfahrt vergeben, wie es auf VCVD-Treffen üblich ist. Ich mag diese Kategorie, denn schließlich habe ich diesen Pokal vor einigen Wochen in Spanien gewonnen. Neben den Pokalen erfolgte auch die Ziehung für die Tombola. Es gab jede Menge interessante Preise, der Knüller war jedoch der Hauptpreis, eine Vespa LX 50, über die sich der Gewinner verständlicherweise extrem gefreut hat.

Danach ging es mit der Band weiter, der sich ein Soulnighter anschloss, der mit tollen DJs glänzen konnten. Besonders gut gefallen hat mir das Set von Champ und Kumpanen vom Samstag, die die ganze Nacht ständig mindestens 30 Leute auf der Tanzfläche halten konnten.

Aktivitäten, von denen keiner weiß

Die Prämierung der besten Oldtimer, die am Samstagnachmittag auf der Festmeile ausgestellt wurden, fand direkt im Anschluss an die Bewertung der Roller statt. Leider habe ich davon nichts mitbekommen, weil niemand den Programmpunkt lautstark angekündigt hat.

Die Oldtimerausstellung war nicht der einzige Punkt, den ich verpasst habe. Hier liegt auch der aus meiner Sicht größte Kritikpunkt an dem Treffen. Leider fehlte dem Team ein Megaphon oder eine andere Möglichkeit, sich lautstark auf der Festmeile und dem Campingplatz verständlich zu machen, um die Highlights wie z.B. die Führung über die Zeche oder die Nachtwanderung anzukündigen. Ich denke, dass ich nicht der einzige bin, der manche Dinge, die sehenswert gewesen wären, nicht registriert hat, weil sie nicht angekündigt wurden. Das VCVD-Team hat aber für die nächste Veranstaltung Besserung gelobt.

Fazit

Die German Vespa Days waren eine gelungene Mischung aus altbekanntem VCVD-Programm und ebenso altbekannten Scooterrun-Elementen. Das Nebeneinander von Jung und Alt hat mir sehr gut gefallen, weil ein aktiver Austausch von Rollerfreund zu Rollerfeund stattgefunden hat, auch wenn jeder für sich genommen beim Rollerfahren andere Interessen verfolgt. Schön wäre, wenn sich das VCVD-Team trotz der vielen Mühen durchringen könnte, jedes Jahr so ein Treffen auf die Beine zu stellen, denn Spaß hatte dort jeder.

Der VCVD hat einen prima Eindruck hinterlassen: Jung, aktiv und offen für jeden. So soll es sein.

Spießig und muffig war rein gar nichts auf diesem Treffen, im Gegenteil. Nachts sind dort Sachen passiert, über die ich hier beim besten Willen nicht schreiben kann. Aber jeder der am Samstag um zwei Uhr nachts noch an der Bierbude war, weiß wohl was gemeint ist.

Weiter so VCVD!

Weitere Links zu den German Vespa Days:

 

geschrieben von Frank in Allgemein und hat Comments (5)

5 Kommentare für “German Vespa Days – Eine riesige Enttäuschung…”

  1. Major sagt:

    Zur Samstag Nacht am Bierwagen: da wollten wir „spiessigen“ VCVD’ler den Scooterboys zeigen wie langweilig und angepasst wir sind ;-) Ich glaub die Überraschung lag ganz auf unserer Seite ;-) Wir haben selten so bei einem Treffen gelacht, vielleicht schnallts endlich einer, dass VCVD nicht mit spiessig gleichzusetzen ist. Viele Grüße von der Krückenfront, Major – nur echt mit der gestreiften PX :-)

  2. Major sagt:

    So sollte es sein :-) Ach ja, die nächsten Treffen findet ihr auf der VCVD-Seite: http://www.vcvd.de ;-)

  3. […] Our German friends from Scooter-Centre were there presenting there selection of Vespa parts and convertion kits.You can actually see more pictures at Here and HERE. […]

  4. Scorp sagt:

    war bestimmt ne super Veranstaltung ;) schade, dass de nicht die Videofunktion deiner Kamera gequält hast :P

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